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Donnerstag, 04.04.2019

Ein Abenteuer-Wochenende in Wanaka

Da ich hier mittlerweile echt ein bisschen hinterherhinke mit der Bloggerei, werd ich das jetzt mal wieder in mehrere Posts runterbrechen. Hier kommt also erstmal noch eine Zusammenfassung von vorletzter Woche (teilweise schon vor 2 Wochen geschrieben, sorry wenn sich das jetzt etwas komisch liest :D).

Am Dienstagabend habe ich abends an einem Kochabend von Uniflats teilgenommen. Die Kochabende finden quasi jeden Dienstagabend statt (man darf allerdings nur an einem davon teilnehmen) und irgendwie war das bisher an mir vorbeigegangen. Netterweise haben mich meine Mitbewohnerinnen aber noch rechtzeitig drauf aufmerksam gemacht. Gekocht wurden ein Sushi-Salat, eine Pizza und ein Streuselkuchen mit Beerenfüllung. Wirklich kochtechnisch etwas gelernt hat man dabei nicht und der Kuchen war mir am Ende viel zu süß, aber Spaß gemacht hat es trotzdem. Und der Hauptgrund, warum alle hingegangen sind - es war komplett kostenlos. Klingt ein bisschen fies zu sagen, dass viele Events hier in erster Linie wegen des kostenlosen Essens nachgefragt werden, aber bei den neuseeländischen Preisen freut sich hier jeder Austauschstudent, wenn er mal irgendwo etwas sparen kann (ja, selbst Hanne, die mit Norwegen aus dem teuersten Land Europas kommt, findet die Preise hier teilweise heftig). Nach dem Kochabend haben wir in der WG dann noch Hannes Fake-Birthday gefeiert, bei super leckerem Schokokuchen. (Ich glaub ich habs hier noch nicht geschrieben bzw erklärt: In unserer WG ist jeder für den Geburtstag(skuchen) eines Mitbewohners verantwortlich, und wer in diesem Semester nicht Geburtstag hat, bekommt einfach einen Fake-Geburtstagskuchen an einem Überraschungsdatum. Dadurch gibt's hier mindestens 6x Kuchen, und wer sagt schon nein zu Kuchen? :D)

Hannes Fake-Geburtstagskuchen, liebevoll made by Rebecca :D yummie

Am Mittwochabend hat es für Sarah und mich dann auch endlich mal mit dem Kletterabend des OUTC geklappt. Es war zwar ziemlich bewölkt, aber zumindest bis auf ein bisschen Nieselregen weitgehend trocken. Unfreiwillig wäre der Abend fast trotzdem noch geplatzt, ich habe es nämlich geschafft, mich versehentlich aus meinem Zimmer auszusperren. Weil ich kurz vorher noch eine Vorlesung hatte, bin ich nur nach Hause, um mich schnell noch umzuziehen und meine Kletterschuhe einzupacken. Dummerweise hab ich meinen Schlüssel in der Jeanstasche vergessen, was mir natürlich just in dem Augenblick einfiel, als ich die Zimmertür hinter mir zugezogen hatte. Ich spielte kurz mit dem Gedanken, das Klettern ausfallen zu lassen und stattdessen ins Uniflats-Büro rüberzulaufen, das noch 5 Minuten geöffnet hatte, entschied mich dann aber doch fürs Klettern. Leider war das Klettern selbst am Ende recht bescheiden, da wir so viele Leute waren, dass wir nicht mal 2 Routen zuende klettern konnten. Scheinbar ist das meistens so und von daher mehr ein Treff der Kletterinteressierten, wo das Klettern selbst nicht wirklich im Vordergrund steht. Es war aber dennoch ganz cool, weil wir dort einige nette Leute trafen, ich mir mit Sarah noch die großen Höhlen am Long Beach anschauen konnte und die Fahrt recht lustig war - auf der Hinfahrt gerieten wir in eine Schafherde, die die Straße blockierte (hab schon die ganze Zeit darauf gewartet, dass ich das hier irgendwann mal erlebe :D) und später war es so nebelig, dass die Rückfahrt auf den Serpentinen zu einer ziemlichen Achterbahnfahrt wurde.

Määäh...Straßenblockade die große Höhle am Long Beach und von innen

Zurück in Dunedin hat mir dann zum Glück Hanne die Haustür aufgemacht und einen Anruf und ca. 10 Minuten später wurde ich von zwei netten Campus Watch-Mitarbeitern auch wieder in mein Zimmer gelassen. Zum Glück sind sie hier auch auf sich aussperrende Studenten super vorbereitet - besser als ich auf so eine Situation, ich hatte nämlich kein Geld mehr auf meiner SIM-Karte und war daher dankbar, dass die Campus Watch-Nummer eine kostenlose ist. Hab mich dann auch mehrfach bei ihnen entschuldigt, wobei ich glaube, dass sowas tatsächlich noch eine der angenehmeren Aufgaben von Campus Watch ist. :D

Der Donnerstag war in ganz Dunedin den Gedanken an Christchurch gewidmet. Mittags fand an der Uni eine kleinere Mahnwache statt, außerdem wurden in der ganzen Uni zwei Schweigeminuten abgehalten. Auf eine Initiative der Muslim University Student's Association wurde zudem Studentinnen und anderen Interessierten die Möglichkeit gegeben, den Tag über Kopftuch zu tragen, als Zeichen der Solidarität mit muslimischen Studentinnen - da einige von ihnen nach dem Anschlag Ängste geäußert hatten, sich mit dem Kopftuch sichtbar in der Öffentlichkeit zu bewegen. Was bei uns in Deutschland wahrscheinlich völlig undenkbar wäre, fand hier bei vielen Studentinnen rege Anteilnahme und positive Resonanz, selbst einige Dozentinnen und Tutorinnen stellten sich an diesem Tag im Kopftuch in den Hörsaal bzw. vor ihre Seminargruppen. Am späten Nachmittag gab es von der Universität aus einen Schweigemarsch zum Forsyth Barr Stadion, wo am Abend eine von der Stadt und der Amnesty International Hochschulgruppe organisierte Mahnwache mit über 15.000 Teilnehmern stattfand. Auch als die Moschee für die Freitagsgebete wieder geöffnet wurde, sind viele dort hingegangen, um den Gläubigen beim Beten Schutz und Sicherheit zu vermitteln. Die gefühlte Solidarität ist hier wirklich groß.

Am Freitag stand dann schon wieder der nächste Wochenendausflug an. Mit Veronika, Jakub, Kristýna und Rebecca machte ich mich gegen Mittag mit einem Mietwagen auf den Weg nach Wanaka. Die Fahrt dorthin dauerte mit ein paar kurzen Pausen knapp 4 Stunden, sodass wir erst am späten Nachmittag ankamen. Unser Hostel, das Wanaka Bakpaka, liegt direkt am Ufer des Lake Wanaka, etwa 10 Minuten zu Fuß von der Innenstadt entfernt. Auf dem Weg fuhren wir noch kurz beim Supermarkt vorbei, um ein paar Sachen fürs Abendessen und ein bisschen Wasser und Wanderproviant zu besorgen. Im Hostel haben wir dann gemeinsam gekocht, ziemlich nach dem Motto "jeder wirft einfach mal irgendwas in den Topf" - heraus kam ein echt leckeres Essen mit Nudeln und einer bunten Hähnchen-Gemüse-Tomatensoße. Da das Hostel eine super schöne Terrasse mit Blick direkt auf den See hat, haben wir uns dort einen netten Abend gemacht und hatten mehr das Gefühl, im Luxus-Urlaub zu sein anstatt im Hostel.

Hostel-Luxusleben

Zu lange wurde der Abend aber nicht, denn nach einigem hin- und herüberlegen stand unser Plan, am nächsten Morgen früh auf den Roy's Peak hochzuwandern - wahrscheinlich dank Instagram und Facebook Neuseelands bekanntester Foto-Spot. Und "am Morgen" war gut, denn um pünktlich vor dem Sonnenaufgang den Gipfel zu erreichen, mussten wir ziemlich mitten in der Nacht aufbrechen. Nach einer seeehr kurzen Nacht klingelte um 3 Uhr nachts unser Wecker und ziemlich schlaftrunken machten wir uns mit dem Auto auf den 20-minütigen Weg zum Parkplatz am Fuße des Mount Roy. Rebecca war immerhin noch schlau genug, einfach eine Tasse Kaffee mitzunehmen. :D Zu unserer Überraschung war der Parkplatz als wir ankamen bereits ziemlich voll. Ich hatte zwar fest damit gerechnet, dass wir nicht die einzigen Verrückten sein würden, die auf so eine Idee kommen sich mitten in der Nacht Berge hochzuschleppen - immerhin war Samstag und außerdem die Nacht nach Vollmond - aber dass es so viele Verrückte gibt, hätte ich dann doch nicht erwartet. :D Tatsächlich waren einige scheinbar schon um 2 oder 3 Uhr nachts losgelaufen, wie die Lichtpunkte der Stirnlampen zeigten, die sich dort oben den Hang entlangbewegten. Um Punkt 4 Uhr machten wir uns an den Aufstieg, der doch ziemlich mühsam war. Wir waren allesamt ziemlich froh, dass es nachts und somit dunkel war, denn zum einen war der Blick nach oben dadurch nicht so demotivierend - solange man nur die Silhouetten sieht, wirkt alles weniger fern - und zum anderen ersparten wir uns einen Aufstieg in der Hitze der neuseeländischen Sonne, was auch den Vorteil hatte, dass wir nicht ganz so viel Wasser mitschleppen mussten (aber mit 1,5l pro Person immer noch genug). Der Roy's Peak Track ist an sich ein breiter Weg, auf den an den meisten Stellen auch ein Auto passen würde, daher vom DOC auch als "easy" gekennzeichnet. Allerdings zieht er sich auf einer (einfachen) Länge von 8 km mit einem Höhenunterschied von 1228m kontinuierlich und teilweise recht steil bergauf. Nach etwa 2,5 Stunden wandern im Mondschein erreichten wir um 6.30 Uhr den bekannten Aussichtspunkt aka "Instagram Spot", von dem man einen großartigen Blick auf den Lake Wanaka, die umliegenden Berge sowie das Städtchen Wanaka hat.

Sonnenaufgang und Vollmond

Der eigentlich Sonnenaufgang sollte erst um 7.49 Uhr sein, wir waren also noch relativ früh. Da das erste Morgenlicht aber bereits früher am Horizont erscheint und wir den Sonnenaufgang hier sehen wollten, nutzten wir die Zeit also zum Frühstück. Von diesem so bekannten Foto- und Aussichtspunkt aus wandert man noch ca. eine halbe Stunde recht steil bergauf, bis man den eigentlichen Gipfel des Mount Roy erreicht. Von den gut 20 Leuten, die zu dem Zeitpunkt mit uns auf den Sonnenaufgang warteten, entschieden sich einige zum Gipfel weiterzulaufen, auch weil es ziemlich kalt war. Wir waren ebenfalls ziemlich am frieren, da man beim Wandern dann doch gut schwitzt und wir waren immerhin auf 1350m Höhe, zumal die Nachttemperatur kurz vor Sonnenaufgang ja immer ihren Tiefpunkt erreicht. Merkwürdigerweise war mein rechter Zeigefinger scheinbar am Abfrieren - während alle meine anderen Finger rot waren, war nur der eine Zeigefinger schneeweiß und gefühllos, was ein bisschen spooky war. Zum Glück mussten wir aber nicht allzu lange warten, bis uns der wunderschöne Sonnenaufgang, der erst den Horizont und dann nach und nach die Berggipfel in ein sanftes gelb-rot färbte, von der Kälte ablenkte.

Wanaka erwacht Was für ein Ausblick Vollmond und die Berggipfel im Sonnenlicht Sonnenaufgang Gruppenfoto Panorama im Sonnenaufgang

Etwas später machten wir uns noch auf das letzte Stück Weg zum Gipfel, wo wir ein zweites Frühstück genossen. Unterwegs begegneten wir - jetzt auch sichtbar im Hellen - einigen Schafen. Was für eine schöne Aussicht die von ihrem Lebensraum da so hoch oben haben, die hätte ich auch gern. :D Die Aussicht vom Gipel aus ist noch mal eine gute Ecke beeindruckender, weil man hier dann den 360°-Rundumblick hat.

Schaf mit Aussicht Sie sind überall in diesem Land :D Aussichten

Auf dem Rückweg haben wir dann auch noch mal ein paar Fotos gemacht (ein bisschen Mitläufertum muss schon sein - viele Orte in Neuseeland sind aufgrund der Schönheit der Kulisse halt auch einfach zu verlockend dafür :D) und dabei gleich mehrere Kommilitonen-Gruppen getroffen. Irgendwie hat sich an dem Wochenende gefühlt die halbe Uni von Dunedin in Wanaka versammelt, ohne dass das Absicht gewesen wäre...es war aber ziemlich lustig. :D Mittlerweile stand an dem Aussichtspunkt auch schon eine ziemlich lange Schlange an Leuten, die dort fröhlich und geduldig warteten für dieses eine Foto.

Es sieht aber auch einfach cool aus! Also, wenn man die Warteschlange rausgeschnitten hat. :P

Nachdem wir unsere geschossen hatten, ging es schließlich an den Abstieg, der sich noch mal ziemlich lange hinzog und nicht gerade kniefreundlich war. Aber immerhin hatte man jetzt im Hellen noch mal eine ganz neue Perspektive und außerdem hatten wir strahlenden Sonnenschein - für uns schön, für die Leute, die uns bergauf entgegenkamen nicht ganz so sehr.

Farbenfrohe Landschaft Was für ein traumhaftes Wetter...

Um 13.30 Uhr erreichten wir nach insgesamt 9,5 Stunden Wandern, Staunen, Fotografieren, Pausieren und Brunchen wieder den Parkplatz. Nun freuten wir uns alle erstmal aufs Hostel, eine Dusche (anders als am frühen Morgen aber nicht auf eine heiße, sondern eher auf eine kalte) und etwas Zeit zum Ausruhen. Während die anderen alle Mittagsschläfchen hielten, machte ich es mir auf der Terrasse in der Sonne mit ein paar Prospekten bequem und schaute, was man in Wanaka und Umgebung noch so alles machen kann. Am frühen Abend liefen wir zu Fuß noch mal in die Stadt, holten uns an einem italienischen Caravan leckere neapolitanische Pizzen (es gibt sie, die echten Italiener in Neuseeland!) und machten es uns damit und mit etwas zu Trinken am Seeufer bequem.

Beste Pizza seit langem

Nach diesem netten Abendessen liefen wir dann noch am Seeufer entlang zum ebenfalls sehr beliebten Fotomotiv, dem "Wanaka-Tree", wo sich pünktlich zum Sonnenuntergang schon wieder ein Haufen Touristen mit ihren Spiegelreflexkameras und Stativen versammelt hatte, um diesen eigentlich ziemlich kleinen und unspektakulären (aber zugegebenermaßen irgendwie halt schon schicken) Baum abzulichten.

Ein kleiner Baum und ganz viele Touris Aber ein schönes Gruppenfoto musste noch sein. Abend genießen

Natürlich trafen wir auch hier wieder auf einige unserer Kommilitonen. :D Auf dem Rückweg zum Hostel machten wir noch einen kleinen Abstecher zu einer Eisdiele in der Nähe des Seeufers. Was für ein Tag - eine traumhafte Wanderung, schönstes Wetter, ein Haufen cooler Leute und dann auch noch hervorragende italienische Pizza und endlich mal richtig gutes Eis. Ich glaube das italienische Essen hab ich tatsächlich fast noch etwas mehr vermisst, als das deutsche Brot. :D

Und vielleicht weil der Tag gerade schon so perfekt und unsere Laune so gut war, haben Rebecca und ich zurück im Hostel unseren Mut zusammengenommen und für den nächsten Morgen gebucht, womit wir seit unserer Ankunft in Wanaka schon geliebäugelt hatten - einen Gleitschirm-Tandemflug. Paragliding war etwas, was ich schon seit langer Zeit im Kopf hatte und unbedingt irgendwann einmal machen wollte, bereits bevor ich hier nach Neuseeland kam. Rebecca wollte es auch unbedingt machen, hat aber Höhenangst und alleine hätten wir uns wahrscheinlich beide nicht den Ruck gegeben. Aber es war schon zu schön gewesen, die Paraglider zu beobachten, die am Morgen über unseren Köpfen vom Roy's Peak hinabsegelten. Mit einer Mischung aus gespannter Vorfreude, etwas Nervosität, aber vor allem Müdigkeit nach einem langen Tag ging es an diesem Abend also ins Bett.

Der nächste Tag begann dann wieder recht früh - bereits um 7 Uhr checkten wir aus dem Hostel aus und machten uns auf den Weg in die Stadt, kurz zum Supermarkt und tanken und anschließend weiter auf die Mount Aspiring Road. Diese Straße ist eine sehr lange Sackgasse, die am Ende auf einer 30km langen Schotterpiste tief hineinführt in den Mount Aspiring Nationalpark. Noch relativ am Beginn dieser Straße, ca. 25 Minuten Fahrtzeit von Wanaka entfernt liegt die Treble Cone Ski Area, von wo aus die Paragliding-Flüge starten. Eigentlich war der Plan, weiterzufahren bis zum Rob Roy Glacier, wo Jakub, Veronika und Kristýna eine Wanderung machen wollten. Rebecca und ich wollten dann mit dem Auto zurück zum Treble Cone fahren und nach dem Paragliding die anderen wieder abholen. Allerdings hat das nicht so ganz geklappt, da wir zunächst den Treffpunkt für das Paragliding nicht gefunden haben und keinerlei Handyempfang hatten, was doof war, da wir vom Paragliding noch eine E-Mail mit genaueren Infos bekommen sollten. Außerdem brauchte man auf dieser Straße deutlich länger als wir vermutet hatten, da es nicht nur eine Schotterpiste ist, sondern die auch noch durch eine Reihe Privathöfe führt, was bedeutet dass hier teils Kühe und andere Tiere auf der Straße stehen und man regelmäßig Gitter überqueren muss, die verhindern, dass die Tiere die Höfe verlassen können. Am Ende der Straße gibt es zudem einige Furten bzw. Flussüberquerungen, die mit einem normalen Auto nur passierbar sind, wenn es nicht gerade stärker geregnet hat. Wir änderten also unsere Pläne und kehrten erstmal um, bis wir wieder Empfang hatten. Nachdem wir endlich rausgefunden hatten, wo wir für das Paragliding hinmussten, ließen Rebecca und ich uns dort rauswerfen und überließen den anderen dreien das Auto, sodass sie unabhängig waren. Rebecca und ich wollten uns dann über den Paragliding-Anbieter einen Shuttle zurück in die Stadt organisieren. Weil wir viel zu früh waren, mussten wir noch über eine Stunde warten, was bei der schönen Umgebung aber nicht weiter schlimm war - nur dass es hier plötzlich wieder Sandfliegen gab, war ein bisschen nervig. Pünktlich um 10 Uhr kamen dann sowohl das Team vom Paragliding als auch noch zwei andere Frauen um die 60. Eine der beiden wollte nur zuschauen, wir waren also insgesamt zu dritt. Das Paragliding-Team war super nett und nach ein paar Formalitäten wurden wir mit Helmen und Handschuhen ausgestattet und kurz darauf ging es auch schon hoch auf den Berg. Bei der Fahrt die Serpentinen hinauf wurde Rebecca und mir dann doch ein bisschen mulmig, allerdings war die Straße - wie ich jetzt sagen kann - deutlich beängstigender, als das Paragliding selbst. Ehe wir uns versehen konnten, standen wir oben am Startplatz und wurden auch mit dem Gurtzeug ausgestattet.

Was für eine Aussicht...aber schon ein bisschen hoch hier :D Bitte noch einmal lächeln vor dem Abflug :D

Rebecca startete als erste und ich hatte den Spaß zuzuschauen, denn der Start sah einfach nur super lustig aus. Kurz darauf war ich dann selbst an der Reihe und wie man im Video sieht, war mein Start nicht gerade eleganter. :D War vielleicht mein Fehler, aus Neugier ein paar Fragen zu stellen, sodass mein Pilot mir dann zeigen wollte, wie man auch bei wenig Wind und rückwärts starten kann - woraufhin ich mich fast erstmal hingelegt hätte. :D Der Flug selbst war absolut fantastisch - das Gefühl, wenn man dort oben abhebt, ist ziemlich unbeschreiblich. Durch die Wetterverhältnisse hatten wir auch die Möglichkeit, ziemlich nah an die Twin Falls, zwei ca. 80m hohe Wasserfälle heranzufliegen, was für mich der schönste Teil des ganzen Fluges war. Die Vogelperspektive ohne Barriere ist einfach der Wahnsinn und ich beneide die Vögel mehr als nur ein bisschen darum. =) Das coole beim Paragliden neben der spektakulären Aussicht ist, dass es absolut still ist - kein Motorgeräusch, kein gar nichts, außer der leise Wind im Segel und die Natur um einen rum.

So schön kann fliegen sein :D im Hintergrund Lake Wanaka Cheeeese...im Hintergrund die Serpentinen, die wir vorher hochgefahren sind fast so bequem wie im Schaukelstuhl

Ca. 10-15 Minuten waren wir in der Luft, inklusive einer kleinen Akrobatikeinlage am Ende (bei der ich wegen des Windes die ganze Zeit Angst hatte, den Stick mit der GoPro fallenzulassen und deshalb gucke wie ne Kuh :D). Sowohl Rebecca als auch ich waren unglaublich happy und froh, das gemacht zu haben - und vor allem gerade hier in Wanaka, denn sowohl der Ort als auch das Team waren absolut genial. Rebeccas Pilotin hat ihr während des Flugs sogar die ganze Zeit was vorgesungen, um sie von der Höhenangst abzulenken. :D

 

Am frühen Mittag waren wir wieder zurück in Wanaka, wo wir noch ein bisschen die Zeit am See genossen, der Eisdiele einen zweiten Besuch abstatteten und anschließend in einem kleinen Café etwas zu Mittag aßen, während wir auf die anderen warteten.

Eis am See =)

Am Nachmittag kamen sie schließlich zurück - nachdem sie es tatsächlich geschafft hatten, zum Rob Roy Glacier zu kommen (und dabei weder das Auto zu schrotten, noch in einer Furt hängenzubleiben oder im Schlamm zu baden - wir hatten nämlich ausgerechnet diesmal einen schneeweißen Mietwagen :D). Auf der Rückfahrt nach Dunedin gab es dann noch mal einen ganz besonders schönen Sonnenuntergang, für den wir natürlich mitten auf dem Highway noch mal anhalten mussten.

Sonnenuntergang am Highway

Samstag, 16.03.2019

Gedanken zu Christchurch & Wochenrückblick

Hallo ihr Lieben,

vorab - danke euch allen für eure Nachrichten und Nachfragen gestern und heute.  Mir geht es gut und ich bin dieses Wochenende in Dunedin, habe von dem Terroranschlag in Christchurch gestern also nicht unmittelbar etwas mitbekommen. Trotzdem war ich wie alle anderen hier absolut geschockt, als ich gestern Abend über E-Mails erfahren habe, was passiert ist. Obwohl ich erst seit einem Monat hier bin, fällt es mir tatsächlich schwer zu realisieren, dass soetwas gerade hier passiert. Ich habe in diesem einen Monat Neuseeland und seine Einwohner genau als das kennengelernt, wofür sie weltweit bekannt sind - ein unglaublich offenes, zugewandtes und freundliches Volk, für das das Miteinander und die Akzeptanz eines jeden Individuums zu den wichtigsten gesellschaftlichen Werten überhaupt gehört. Mir ist natürlich bewusst, dass es auch hier verdammt viele gesellschaftliche Probleme gibt und dass ich in dem Universitätsumfeld von Dunedin und als Ausländer 95% davon nicht wahrnehme, weil diese Probleme anderswo stattfinden. Trotzdem hat diese Extremform von Rassismus absolut gar nichts gemein mit dem Neuseeland, das ich bisher kennengelernt habe und es ist mir einfach wichtig, das zu betonen - da genau das viele Kiwis hier selbst gerade so bedrückt und erschüttert. Leider ist es eine traurige Realität - wo immer es auf dieser Welt Menschen gibt, gibt es auch Idioten, Leute die voller Hass sind, Leute die ausflippen, Leute die Aufmerksamkeit suchen, Leute die sich am Leid anderer ergötzen. Leute, die ideologisch verblendet sind oder die irgendeine Begründung suchen, anderen zu schaden, auch wenn es dafür keine Begründung gibt. Es tut mir unglaublich Leid für Christchurch und für alle, die nun - möglicherweise nach 2011 schon zum wiederholten Male - um Angehörige, Freunde und Bekannte trauern.

Fakt ist jedoch auch, trotz dem dass immer und überall etwas passieren kann: Ich fühle mich in diesem Land, das auf der gesamten Südinsel gerade einmal eine Million Einwohner zählt - und damit in etwa so viele wie Köln - so sicher, wie bisher in fast keinem anderen Land, in dem ich war; und das hat sich auch seit gestern nicht geändert.

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Trotz dieser absolut tragischen Ereignisse, möchte ich die schönen Momente dieser Woche nicht einfach untergehen lassen - hier also wieder mal ein kleiner Wochenrückblick.

Am Dienstag habe ich neben meinen normalen Vorlesungen eine Veranstaltung des Career Service der Uni besucht, bei dem sich das Dunedin-Büro von Deloitte vorgestellt und viele Informationen zum Bewerbungsprozess und den Bewerbungsunterlagen (CV, cover letter) gegeben hat. Das war mal ziemlich interessant, auch um zu sehen wie sich die Bewerbungsabläufe und -vorgaben hier von denen in Deutschland unterscheiden.

Weil das Wetter am Dienstag noch wunderschön sommerlich und sonnig war, habe ich die Gelegenheit genutzt, mal ein paar Fotos vom Campus zu machen. Der Großteil der Universitätsgebäude konzentriert sich rund um das markante Clocktower Building. Mitten durch den Campus hindurch fließt der kleine Fluss Leith und entlang des Leith verläuft auch die Castle Street, in deren nördlichen Abschnitt viele Uniflats liegen und die hier als eine der Haupt-Party-Straßen berühmt-berüchtigt ist. Eines der wichtigsten und größten Gebäude ist jenes, in dem sich die Hauptbibliothek der Universität befindet. Neben der Bibliothek gibt es hier auch mehrere Cafés, eine große zentrale Erstanlaufstelle für sämtliche Fragen rund um die Uni sowie diverse speziellere Anlaufstellen, Clubräume und vieles mehr. Natürlich gibt es noch einige weitere wichtige Gebäude, darunter das hier nicht abgebildete OUSA Clubs and Socities Centre, in dem viele Kurse stattfinden, Clubs ihre Clubräume haben und wo man nahezu täglich günstig für 3$ zu Mittag essen kann. Eine Sauna und öffentliche Duschen gibt es dort auch. Dann gibt es noch die recht große Otago Business School, das Uniflats-Haus sowie viele Gebäude, in denen unter anderem Hörsäle und Seminarräume sowie teils noch weitere Cafés untergebracht sind.

eines der Hauptgebäude auf dem Campus, in dem auch das International Office untergebracht ist gleiches Gebäude vom Innenhof aus gesehen Castle Street in der Campusmitte mit Clocktower Building Brücke über den Leith, die u.a. zum Uniflats-Gebäude führt Das moderne Gebäude ist das Innovations-Center Blick in die nördliche Castle Street Campusgelände bei der Hauptbibliothek, The Link und einigen Hörsaalgebäuden Gebäude, in dem sich auch die Hauptbibliothek befindet

Am Dienstagabend fand vom Tramping Club das Pre-Meet für den Wochenendtrip ins Fiordland statt, bei dem ich aber diesmal wie schon erwartet keinen Platz erhalten habe. Dafür konnte ich mich aber in die Warteliste eintragen, damit ich beim nächsten Trip Mitte April höhere Chancen auf einen Platz habe.

Am Mittwochnachmittag wären wir eigentlich mit dem Tramping Club zum Klettern an den Long Beach gefahren, allerdings fiel das nach etwas Chaos leider flach - erst regnete es, und als der Regen schließlich doch aufhörte, hatten wir kein Auto um dorthin zu kommen. Also habe ich stattdessen dann noch meine Wocheneinkäufe erledigt. Hoffentlich haben wir nächste Woche endlich mal Glück, denn die Klettersaison geht sowieso nur noch 3 Wochen und die ersten 3 Kletterwochen sind nun leider schon vorbei.

Gestern Morgen mussten wir erstmal zu Uniflats, um dort alle unsere elektrischen Geräte und Kabel auf ihre Sicherheit testen zu lassen. Zum Glück ging das relativ schnell und ich bekam alles ohne Beanstandungen wieder :-)

Da das Wetter so gut war, bin ich am frühen Nachmittag mit Rebecca in den Norden Dunedins zur Baldwin Street gefahren, laut Guinness-Buch der Rekorde die steilste Straße der Welt. Das ist auf jeden Fall ganz lustig, wenn man sowieso hier in der Stadt ist - extra dafür einen Umweg nach Dunedin fahren, was tatsächlich viele Touristen machen, würde ich allerdings nicht. Die Baldwin Street hat an ihrer steilsten Stelle eine Steigung von 35% und beim Hochlaufen kann einem schon ganz schön die Puste ausgehen. :D Dafür gibt es am oberen Ende immerhin eine Bank und einen Trinkwasserbrunnen.

Baldwin Street sieht von unten gar nicht so steil aus ja doch, schon irgendwie :D  Selfie-Time das braucht man oben: eine Bank und Wasser

Auf dem Rückweg zu unserer Wohnung meinte Rebecca dann nach einem Blick auf ihr Handy plötzlich, dass die große Parade zum 150. Bestehen der Universität, die eigentlich heute stattfinden sollte, scheinbar abgesagt wurde. Noch rätselratend ob der Gründe liefen wir zu Fuß zurück und machten unterwegs Fotos einiger exzess-geplagter Studenten-WGs, für die Dunedin auch (nicht nur positiv) bekannt ist.

Es ist üblich, dass viele Studenten-(Party)-WGs von den Bewohnern mit individuellen Namen versehen werden Wie auch dieses, keine 200m von unserer Wohnung entfernt Eines der krassesten Beispiele, schräg gegenüber unseres Wohnkomplexes Auch die Garagen müssen dran glauben...

Als wir gegen 16.50 Uhr wieder nach Hause kamen, folgte dann nach 2 Minuten der Schock - als ich meinen PC einschaltete, fand ich in meinem Postfach mehrere E-Mails der Universität, in denen mitgeteilt wurde, dass es in Christchurch in unmittelbarer Nähe des Campus eine Katastrophe gegeben hatte, der Campus abgeriegelt war und niemand das Gebäude, in dem er sich befindet, verlassen dürfe. Die University of Otago hat nicht nur in Dunedin, sondern auch in 4 weiteren neuseeländischen Städten einen Campus, darunter größere sowohl in Christchurch als auch in Wellington. Da die E-Mail keine näheren Details enthielt, dachte ich zunächst an einen Amoklauf in der Universität in Christchurch. Erst als ich auf der neuseeländischen Nachrichtenseite nachschauen wollte, mir aber vorher schon die Schlagzeile der deutschen FAZ ins Auge sprang, wurde mir klar, dass wohl etwas noch drastischeres passiert sein musste. Wie ich kurze Zeit später feststellte, war Neuseeland zu diesem Zeitpunkt bereits oberste Schlagzeile in sämtlichen deutschen Tageszeitungen, obwohl es in Deutschland gerade mal 5 Uhr morgens war.

Die folgende Stunde war eine Mischung aus Unsicherheit, betretenem Schweigen und Gesprächen in unserer WG, da niemand so wirklich wusste, was passiert war und wie wir uns verhalten sollten. Um 18 Uhr sollte eigentlich noch ein Cultural Evening des Otago International Friendship Network stattfinden. In der folgenden Stunde kamen nach und nach weitere E-Mails der Universität sowie der deutschen Botschaft, mit mehr Informationen. Wir entschieden uns dann dazu, trotzdem zu der geplanten Veranstaltung des Friendship Network in die Uni zu gehen. Letztlich waren wir nur ein paar wenige Leute und Feierstimmung war gerade sowieso nicht, aber ein paar nette Gespräche bei Kuchen taten uns trotzdem allen gut.

Die offiziellen Veranstaltungen für dieses Wochenende wurden alle abgesagt, aber ich hatte geplant mit ein paar Leuten vom AAPES Club heute morgen zum Mount Cargill zu wandern, und das haben wir dann auch gemacht. Mount Cargill ist ein 676 m hoher Berg nördlich von Dunedin und vom Gipfel aus hat man eine wunderschöne Aussicht auf Dunedin, die Umgebung von Dunedin und die gesamte Otago Peninsula. Knapp unterhalb gibt es noch weitere Gipfel, darunter Butters Peak und Mt Holmes mit den sogenannten Organ Pipes, die beide ebenfalls Teil unserer Wanderung waren. Die Organ Pipes sind Felsformationen, die aus hunderten oder tausenden meist hexagonalen Basaltsäulen bestehen und um ganz nach oben zu kommen, ist Klettern angesagt. Beim Abstieg vom Mount Cargill sind wir noch durchs Bethune's Gully gewandert. Der Weg ist super schön, da er von unten betrachtet erst durch einen Wald mit uralten, hohen Douglasien führt und etwas weiter oben dann in den hier weit verbreiteten grünen Nebelwald übergeht. Außerdem kann man hier eine Reihe verschiedener Vögel beobachten, darunter auch der "fantail" oder Neuseelandfächerschwanz. Da wir kein Auto hatten, sind wir zu Fuß vom Campus aus gelaufen und die gesamte Rundwanderung war insgesamt gut 24 km lang.

Wegweiser am Beginn des Grahams Bush Walk hinauf zu den Organpipes Schwindelfreiheit hat hier Vorteile :D Geschafft! :-) Blick auf Dunedin nächstes Ziel: Butters Peak Schweben in luftigen Höhen :D Aussicht vom Mount Cargill auf die Otago Peninsula

Gegen 15.30 Uhr waren wir wieder zuhause, hungrig, platt und mit Sonnenbrand - vor allem an den Händen, die ich dummerweise nicht eingecremt hatte. Aber das Wetter war den ganzen Tag über absolut traumhaft und ich bin froh, dass wir das genutzt haben.

Den Rest des Wochenendes werde ich wahrscheinlich nicht mehr viel machen, außer lernen. Morgen ist hier St Patricks Day, was - wenn ich mir die Party, die gerade ein paar Häuser weiter stattfindet, anhöre - vermutlich mal wieder ziemlich chaotisch und für einige im Komasuff bzw. im Krankenhaus enden wird. Ob das angesichts der aktuellen Ereignisse angemessen ist, im Hinblick darauf, dass sowohl Polizei als auch Rettungskräfte an diesem Wochenende auch in Dunedin definitiv schon mehr als genug durchgemacht haben...na ja.

Ansonsten habe ich vorgestern nach ewigem Hin- und Herüberlegen noch Hüttentickets für den Routeburn Track für übernächstes Wochenende gebucht. Der Routeburn Track ist einer der Great Walks und im Fiordland von insgesamt dreien der kürzeste und einfachste - insgesamt 33 km (+ ein paar Kilometer optionale Side Tracks) in 3 Tagen mit 2 Hüttenübernachtungen. Ich bin super gespannt darauf, da das meine erste Mehrtageswanderung mit Gepäck wird - bin aber überzeugt, dass es super schön wird. Drückt mir mal die Daumen, dass das Wetter mitspielt :-)

Dienstag, 12.03.2019

Surfen, Klettern und eine neue Mitbewohnerin

Die letzte Woche war vergleichsweise mal relativ ruhig, in dem Sinne, dass ich das Wochenende in Dunedin verbracht habe und keine längere Tour anstand.

Am Dienstag war ich hier in Neuseeland das erste Mal surfen. Am St Clair Beach gibt es eine Surfschule, die Surfkurse und Materialverleih für Studenten etwas vergünstigt anbietet. Dort habe ich mir ein Paket mit 3 Unterrichtseinheiten gebucht und dann am Dienstagfrüh direkt das super Wetter genutzt, um die erste Kursstunde einzulösen. Es hat wie immer großen Spaß gemacht, allerdings sind die Bedingungen hier nicht ganz so einfach. Zum einen gibt es extrem viele Sandbänke bzw. ist der Untergrund insgesamt einfach extrem uneben, sodass man tierisch aufpassen muss, wo man hintritt und wie und wo man vom Board runterspringt. Manchmal geht einem das Wasser an einer Stelle nur bis zur Hüfte und einen Schritt weiter kann man plötzlich nicht mehr stehen. Zum anderen gibt es hier Strömungen, die bisweilen extrem stark sind, sodass es sehr anstrengend bis unmöglich ist, im Wasser dagegen anzukommen. Wenn man es einmal nach draußen geschafft hat, sind die Wellen dafür richtig gut. Der Unterricht ist allerdings nur mäßig hilfreich und nach den 3 Stunden werde ich mir vermutlich eher noch mal einfach Material ausleihen - je nachdem wie lange das Wetter und die Temperaturen überhaupt noch mitspielen. Ohne Neoprenanzug geht hier sowieso nichts, das Wasser hat aktuell noch ca. 14 °C (wobei ein Kanadier das am Dienstag wohl ziemlich warm fand und tatsächlich 1,5 Std. nur in Badeshorts mit uns surfen war :D).

St Clair Beach am Dienstagmorgen

Am Mittwochabend wurde von Uniflats ein "Speed Meet" organisiert, quasi wie Speed-Dating, nur für Freundschaften. Eigentlich ging es einfach nur darum, ein paar andere Leute aus den Uniflats (also überwiegend internationale Studenten) kennenzulernen. Die Veranstaltung selbst war nicht so wirklich der Bringer, da der Lautstärkepegel eine wirkliche Unterhaltung kaum möglich gemacht hat und man am Ende 10 verschiedenen Leuten nacheinander über den Tisch die immer gleichen Dinge zugebrüllt hat - wie heißt du, woher kommst du, was studierst du. Kurz danach wusste also eigentlich keiner mehr, mit wem er da gesprochen hatte und so wirklich interessiert hat es auch niemanden. Dafür gab es aber anschließend noch kostenloses Abendessen (der eigentliche Grund, weshalb die meisten gekommen waren :D). Dafür hat es sich dann auch wieder gelohnt. Und beim Rumstehen und Futtern vorher und nachher kam dann tatsächlich eher mal das eine oder andere interessante Gespräch zustande.

Am Donnerstag hatte ich morgens meine zweite Surfstunde, diesmal bei deutlich angenehmeren Bedingungen als am Dienstag - weniger Strömungen und weniger "Löcher" im Boden. Dadurch und durch eine zunehmende Gewöhnung an das Surfboard (etwas kürzer als die, die ich bisher so hatte) hab ichs dann irgendwann tatsächlich auch mal geschafft, mehr auf dem Board zu stehen als semi-akrobatisch im Schleudergang vom Board zu fliegen :D

Esplanade Surfschule am St Clair Beach Surfunterricht am St Clair Beach am Donnerstag

Ich muss ja sagen, morgens erstmal an den Strand surfen gehen und anschließend in die Uni (oder zur Arbeit) ist schon etwas, woran ich mich ganz gut gewöhnen könnte. :P Es ist außerdem sehr entspannt, dass es hier ja sowieso normal ist, überall in Flipflops oder Badelatschen rumzulaufen. Man kann also quasi vom Strand mit dem Bus zurückfahren und geradewegs in die Vorlesung düsen - mit versalzen nassen Haaren, Flipflops und Strandshorts, ohne dass sich irgendjemand daran stören oder auch nur darüber wundern würde. (Übrigens: Tennissocken in Sandalen sind ja irgendwie deutsches Klischee, aber während ich sowas in Deutschland dann doch eher selten sehe, ist das hier absoluter Standard! Am liebsten allerdings Tennissocken in Flipflops oder Adidas-Badelatschen...)

University of Otago 

Am Donnerstagmittag bekamen wir in unserer Wohnung ziemlich unerwartet Besuch von der Uniflats-Koordinatorin, die uns mitteilte, dass unsere amerikanische Mitbewohnerin Lauren aus unserer Wohnung ausziehen wird und wir dafür eine neue Mitbewohnerin aus Tuvalu bekommen. Der Wechsel sollte bereits kurzfristig am nächsten Tag stattfinden.

Am Donnerstagabend fand vom AAPES Club eine Quiznight mit Pizza statt, die ziemlich lustig war, auch wenn ich in den drei Runden mit jeweils 10 Fragen keine einzige beantworten konnte. Wüsstet ihr auf Anhieb, wieviele endemische Froscharten es in Neuseeland gibt und könnt die alle mit wissenschaftlichem Namen aufzählen? Sehr gut, ich nämlich auch nicht. :D Dank einiger neuseeländischer Biologie-Studenten im Team haben wir am Ende aber immerhin von 5 Teams doch noch den 3. Platz erreicht. :P

Am Freitagvormittag gab es dann den kleinen Umzug, Lauren zog aus und mit Toka bekam ich eine neue Etagennachbarin. Wirklich traurig über den Wechsel war ich ehrlich gesagt nicht - Lauren war zwar nett, passte aber im Grunde von vorneherein nicht in unsere WG und spätestens nach der letzten Nacht vor ihrem Auszug hab ich nur noch die Stunden gezählt (und mich - sorry dafür - bei dem einen oder anderen von euch ausgekotzt (Achtung, Wortwitz im Tiefflug :P)). Übers Wochenende habe ich dann die Ruhe genossen, da wir hier nur zu viert waren, und den Sonntag nicht zuletzt damit verbracht, in unserem Badezimmer im Erdgeschoss mal sämtliche im Haus verfügbare Reinigungsmittel und Duftsprays durchzutesten - ich glaube ich bin jetzt langfristig lavendelduftgestört. :D

Viel cooler war dafür der Freitagabend, da hatte ich nämlich den ersten Teil meines zweitägigen Kletterkurses. Dafür ging es mit unserem Kursleiter und fünf anderen zunächst in die Logan Park Highschool, wo es eine kleine, leider nicht öffentlich zugängliche Indoor-Kletterhalle gibt. Klein ist die wirklich, die höchsten Wände sind gerade mal 5 Meter hoch und damit kaum höher als eine Boulderwand. Allerdings haben die ein ganz lustiges Routenkennzeichnungssystem, wodurch es selbst auf dem geringen Raum super viele verschiedene Routen gibt, weil ein Kletterelement für mehrere verschiedene Routen genutzt wird. Und der Kursleiter war mega nett und cool drauf, sodass ich auch endlich mal meine ganzen Fragen loswerden konnte, die ich mir beim Klettern in Deutschland schon immer gestellt hab. Die Fragen zum Thema Gewichtsunterschiede und was man so macht, wenn man auf einmal als Sicherer selbst in der Luft hängt, haben sich dann letztlich auch ganz praktisch beantwortet. :D Wir sind nämlich anfangs in Dreierteams geklettert, wobei meine beiden Kletterpartner gut 15 bzw. 35 kg schwerer waren als ich. Und da das ATC ein rein manuelles Sicherungsgerät ist, war es für mich spätestens bei den 35 kg Differenz unmöglich, nicht die Bodenhaftung zu verlieren. ;P Wir durften dann anschließend auch noch so lange weiterklettern wie wir wollten und Kraft in den Armen hatten, und ich bin mit der Tochter des Kursleiters noch ein bisschen an den Bouldertraversen rumgeklettert (die er geschraubt hatte, und für die wir Mädels beide zu kurz waren - war aber sehr lustig :D). Anschließend wurden wir netterweise sogar nach Hause gefahren.

Am Samstag fand dann ganztägig der zweite Kursteil statt und das war erst der richtig coole Teil, denn es ging erstmals nach draußen an den Felsen. Um 9.30 Uhr wurden wir abgeholt und fuhren zunächst nach Port Chalmers, ein kleiner Küstenort etwas nördlich des Stadtzentrums von Dunedin. Dort gibt es eine Art Garten bzw. kleinen Park mit verschiedenen Basaltstein-Kletterwänden und einer Aussichtsplattform, ziemlich hoch auf dem Berg gelegen mit Aussicht auf den Ort, den Hafen und die Meeresbucht. Und ich muss echt sagen, draußen am Felsen bekommt Klettern definitiv noch mal eine komplett andere Dimension. Ich glaub wenn man einmal da draußen war, sieht man Kunstkletterwände mit anderen Augen - das ist dann vor allem eine Vorbereitung für den Fels und eine Möglichkeit, bestimmte Bewegungen und Klettertechniken auszuprobieren. Aber im Grunde zieht es einen dann eigentlich immer wieder nach draußen. Hab ich vorher nicht so hundert Prozent verstanden, aber jetzt definitiv schon, auch das Suchtpotenzial. :D Das Coole ist draußen auf jeden Fall auch, dass dort einfach jede Wand komplett anders ist.

Port Chalmers Kletterwand Chakrata Aussicht auf Port Chalmers Hafen von Port Chalmers...überall stehen die Hamburg Süd-Container rum :D

Nachdem wir vormittags erstmal in Dreierteams in Port Chalmers an der Chakrata-Wand geklettert sind, ging es nachmittags dann noch etwas weiter Richtung Norden zum Long Beach - quasi DAS Klettermekka vor der Haustür von Dunedin. Der große bis zu 20m hohe Pinnacle-Fels, an dem wir kletterten, ist dort nur eine von vielen Klettermöglichkeiten. An der Ostseite des Strandes gibt es noch einige bis zu 35m hohe Kletterwände in sämtlichen Schwierigkeitsgraden. Am Long Beach kletterten wir in Zweierteams, was ganz angenehm war, da ich dann mit Sarah (der anderen deutschen Studentin, mit der ich auch schon auf dem ersten Wochenendtrip gewesen war) klettern konnte. Das hat nicht nur die Verständigung leichter gemacht, die am Fels sowieso schon wesentlich schwieriger ist als in der Halle, sondern war auch insofern wesentlich einfacher, als wir beide gleich viel (oder wenig) wiegen. Es gab also keine unfreiwilligen Flugeinlagen mehr - bzw. nur für den Kletterer, nicht für den Sichernden. :D

(Man merkt gar nicht, dass ich begeistert bin, oder? :D Könnte noch drei weitere Din A4-Seiten zum Klettern schreiben, aber das erspar ich euch jetzt wirklich :P)

Kletterfels Pinnacle am Long Beach Long Beach bei strahlendem Sonnenschein Klettern mit Aussicht und Wellenrauschen Sarah und ich, platt und happy nach einem langen Klettertag

Wenn das Wetter mitspielt, geht es die nächsten Mittwochabende dann regelmäßig mit dem Tramping Club an den Fels klettern, jedenfalls noch bis zur Zeitumstellung, die ja schon in ein paar Wochen ist.

Am Samstagabend war ich jedenfalls so hundemüde wie schon lange nicht mehr...und habe trotz Party nebenan tief und fest geschlafen.

Am Sonntag war zur Abwechslung schließlich (neben dem Badezimmer-Schrubben) einfach mal Ausruhen angesagt. Jedenfalls so halbwegs - mittags war ich mit Rebecca noch in der Innenstadt, einkaufen für unser wöchentliches WG-Abendessen. Da eigentlich Lauren diese Woche mit Kochen drangewesen wäre, das aber nun ja ausfiel, hatten Rebecca und ich beschlossen einfach gemeinsam zu kochen. Erst machten wir aber noch einen kurzen Umweg in den Klamottenladen, weil Rebecca dort etwas bestimmtes kaufen wollte. Am Ende hat sie nichts gekauft, ich dafür schon...so war das nicht geplant! :D Im Supermarkt haben wir dann den Fehler gemacht, einen Einkaufswagen zu nehmen, was dazu geführt hat, dass wir deutlich mehr eingekauft haben, als wir tragen konnten (und für das Abendessen das doppelte von dem ausgegeben haben, was wir eigentlich ausgeben sollten - weil alleine der Halloumi-Käse schon 21 Dollar (= ca. 13 €) gekostet hat). Dumme Idee, gaaaanz dumme Idee. Ich glaube auf dem Rückweg haben uns die Leute für ziemlich bekloppt gehalten, weil wir nicht wussten ob wir weinen oder lachen sollten. Jeder 2 volle Taschen und die dritte gemeinsam tragend, schleppten wir uns den Berg hoch. Das Abendessen, eine vegetarische Version des schwedischen Gerichts "Flygande Jacob", wurde aber richtig lecker - dafür hat sich die Anstrengung dann doch wieder gelohnt. :D

WG-Abendessen à la Schweden

Dienstag, 05.03.2019

Erste Vorlesungswoche und eine Reise ins Paradies

Nach einer ziemlich ereignisreichen und vollgepackten Orientierungswoche begann letzten Montag hier wieder die reguläre Vorlesungszeit, womit so langsam ein bisschen erster Alltag einkehrt. Mein Stundenplan ist zum Glück ziemlich entspannt - meine früheste (allerdings unregelmäßige) Veranstaltung beginnt um 10 Uhr, meine spätesten Vorlesungen enden um 18 Uhr und freitags habe ich frei. Angesichts dessen, dass das Studium im Auslandssemester jetzt keinen ganz so hohen Stellenwert hat wie daheim, bin ich damit ziemlich zufrieden. ;-) Für mein Studium in Köln kann ich mir ohnehin nur 2 der 3 Module anrechnen lassen und das ohne, dass die Noten in mein Studium in Köln übernommen werden. Die drei Kurse, die ich hier belege, sind "Marketing Management", "Business and Society" und "Introduction to Conversational Maori". Bisher ist alles ganz interessant, allerdings ist das relativ verschulte System für mich noch recht gewöhnungsbedürftig - fast jede Woche müssen irgendwelche Aufgaben eingereicht werden oder es gibt kurze Prüfungsleistungen. Dafür macht die Abschlussprüfung am Ende des Semesters dann in der Regel auch nur noch 50% der Gesamtnote aus. In der ersten Woche gab es noch keine Tutorien und in den ersten Vorlesungen ging es überwiegend um Organisatorisches, von daher war die Woche sehr entspannt. Am allermeisten genieße ich hier aber sowieso, dass ich in 10 Minuten zu Fuß in der Uni bin. Das ist gegenüber der Pendelei nach Köln einfach sooo viel angenehmer!

Am Dienstagabend hatten wir dann ein Pre-Meet vom Tramping Club für eine Clubfahrt am Wochenende in einen Ort namens "Paradise". Der Tramping Club veranstaltet jedes Semester 3 größere Fahrten mit verschiedenen Wanderungen übers Wochenende und Paradise war die erste davon. Beim Pre-Meet wurden der grobe Plan für das Wochenende und die verschiedenen Wanderungen vorgestellt, die an dem Wochenende stattfinden. Es gab insgesamt 11 verschiedene Wanderungen in unterschiedlichen Schwierigkeiten und 80 verfügbare Plätze, wobei zu dem Pre-Meet knapp 250 Leute kamen. Bei den einfacheren Wanderungen gab es jeweils bis zu 12 Plätze, bei den schwierigsten nur jeweils 3 Plätze. Für jede Wanderung gab es einen Lostopf und man konnte seinen Zettel dann in den Topf für die Wanderung werfen, die einen am meisten interessierte. Ich hatte tatsächlich Losglück und erhielt einen Platz für die Wanderung auf den Mount Alfred.

Die nächsten Tage stand also vor allem erstmal ein bisschen "Shopping" an, denn ich brauchte noch eine Isomatte, Campinggeschirr und ein paar Wanderklamotten, da ich aus Deutschland nur die wichtigsten Sachen wie Schlafsack, Wanderschuhe und eine Wanderhose mitgenommen hatte. Zum Glück gibt es hier im K-Mart einige Sachen ziemlich günstig (die Isomatte kostet zum Beispiel umgerechnet gerade mal 6 Euro). Außerdem hat der Trampingclub eine Kooperation mit einem Outdoorgeschäft in Dunedin, wo man als Mitglied Rabatt bekommt und die Leute dort sind total nett und hilfsbereit und beraten einen zu allem, was man zum Wandern in Neuseeland so braucht.

erfolgreiche Shoppingtour :-)

Am Mittwochabend fand dann noch ein "cultural evening" vom Otago International Friendship Network statt. Das war ziemlich cool, weil man dort noch mal eine Reihe anderer internationaler Studenten kennenlernen konnte. Und vor allem habe ich dort viele Leute getroffen, die auch in dem gleichen Uniflat-Komplex wohnen - also quasi meine Nachbarn. Die Gelegenheit wurde dann auch gleich mal genutzt, um eine gemeinsame Hausparty am Wochenende zu planen - leider für den Freitagabend, wo ich mit dem Tramping Club nach Paradise fuhr. Bei dem cultural evening wurden uns außerdem noch einige der wichtigsten neuseeländischen Vokabeln beigebracht und wir konnten ein paar typisch neuseeländische Spezialitäten probieren, darunter das Getränk "Spider". Spider ist nichts anderes als Cola mit Vanilleeis. Klingt extrem merkwürdig? Ist es auch, aber ehrlich gesagt schmeckt das wirklich gar nicht mal schlecht :D

Am Freitag startete dann auch schon unsere Fahrt mit dem Tramping-Club. Am Freitagabend trafen wir uns gegen 17 Uhr und fuhren mit Bus und Vans gemeinsam zum Campingplatz nach Paradise, ein kleines Stück hinter Glenorchy nördlich des Lake Wakatipu gelegen (habe den Ort zu dem Eintrag hier in der Karte oben markiert). Unterwegs machten wir noch einen Zwischenstopp zum Abendessen in einem kleinen Ort namens Alexandra. Bereits auf der Fahrt war ich von dem Sternenhimmel fasziniert, als wir mit Queenstown die letzte größere Stadt ein Stück hinter uns gelassen hatten. Wir erreichten den Campingplatz im Stockfinstern um kurz nach Mitternacht und der Sternenhimmel, der sich beim Aussteigen über uns auftat, war absolut fantastisch. Der Himmel war komplett wolkenlos und da wir hier mitten im Nirgendwo waren, war selbst die Milchstraße perfekt zu sehen. Im Schein der Taschenlampen schleppten wir unsere Rucksäcke und Campingausrüstung in den hinteren Teil des Campingplatzes und befestigten die Zeltplanen an den Bäumen und herumliegenden Baumstämmen. Ein paar Leute hatten richtige Zelte dabei, die meisten von uns schliefen aber einfach in größeren Gruppen unter den Zeltplanen. Zum Glück gibt es in Neuseeland keine giftigen Krabbeltiere, das war also erstmal eine nette kleine Vorübung für Australien. :D Nerviger als die Spinnen am Boden waren allerdings die Sandfliegen, die uns in den kommenden beiden Tagen noch ziemlich ärgern sollten. Da es bereits so spät und zudem eiskalt war, wurden dann nur noch die Isomatten ausgerollt und flugs krabbelten wir alle in unsere Schlafsäcke. Nachts hatte es hier nur knapp über 0°C. Mein Schlafsack ist zwar schon ziemlich warm, trotzdem war mir aber ohne weitere Decke dann doch ein bisschen kalt. Außerdem hatte ich dummerweise meine Ohrstöpsel nicht griffbereit. Mir war das im Dunkeln nicht direkt aufgefallen, aber die Zeltplane unter der ich lag, hatten wir direkt neben einem Fluss aufgebaut, der neben dem Campingplatz fließt und ziemlich laut ist. Obwohl das Geräusch schön war, konnte man dabei nicht wirklich schlafen. Letztlich haben wir in der ersten Nacht aber alle nicht wirklich geschlafen sondern mehr gedöst und uns ein bisschen ausgeruht.

Unser Nachtquartier am Fluss Campingplatz Lake Sylvan

Am nächsten Morgen fanden wir uns dann in unseren jeweiligen Wandergruppen zum Frühstück zusammen. Einige Gruppen, die lange und schwierige Touren (12 Std. +) vor sich hatten, waren bereits in aller Frühe aufgebrochen. Unsere Gruppe startete erst um 8.30 Uhr, wir hatten aber auch "nur" eine 6-stündige Wanderung vor uns. Zum Frühstück und zum Aufwärmen gab es erstmal noch einen leckeren warmen Porridge. Dann fuhr uns eine der Organisatorinnen zum Startpunkt unserer Wanderung am Fuße des Mount Alfred, wo der "Forest Track" beginnt.

Dunst in der Morgendämmerung am Startpunkt unserer Wanderung Hinweisschild zu Schäden auf dem Forest Track Gruppenfoto vor dem Start unserer Wanderung

Wer mit einem richtigen Wanderweg gerechnet hatte, wurde nun sehr schnell mit der Realität des Wanderns in Neuseeland konfrontiert. Bei dem Forest Track handelte es sich um einen schmalen Pfad, der im Zick-Zack meist sehr steil durch den Regenwald den Berg hinaufführte. Zu Beginn war der Weg an vielen Stellen beinahe überwuchert, etwas höher wurde das ganze mehr zu einer Mischung aus Wandern und Böschungen hochklettern bzw. durch kleinere Schluchten runter- und wieder hochklettern. Wegen starken Schneefalls im vergangenen Oktober waren sehr viele Bäume umgekippt oder die Böschung hinuntergestürzt, sodass an vielen Stellen dünne, dicke und manchmal mehrere Baumstämme den Weg versperrten. Mir hat das Klettern durchaus Spaß gemacht, aber ich bin froh, dass wir so absolut perfektes Wetter hatten. Bei Regen hätte ich den Berg nicht hochklettern wollen, denn bereits die wenigen Stellen, die von den letzten Regenfällen oder Wasserläufen noch nass waren, waren sehr rutschig und man musste aufpassen, wo man hintrat.

Erste Aussichten aus dem WaldHindernisparcours durch umgestürzte Bäume Kletterpartie

Nach etwa 3 Stunden und vielen Pausen erreichten wir endlich die Baumgrenze und ließen uns erstmal zum Mittagessen nieder, denn Wandern macht hungrig (ich hatte natürlich auf dem Weg nach oben schon ungefähr 6 Müsliriegel und eine Tüte Karotten aufgefuttert :D).

Mittagspause an der Baumgrenze

Nach der Pause setzten wir dann unseren Weg oberhalb der Baumgrenze fort, wobei sich eine fantastische Aussicht vor uns auftat, die die Mühen der Kletterei allemal belohnte. Nur 3 von uns kletterten bis ganz hoch auf den Gipfel, einige andere und ich stoppten ca. 100m unterhalb, da uns das Terrain danach zu unsicher wurde - wir mussten ja nicht nur hoch, sondern auch wieder runterkommen. Die Aussicht war so oder so beeindruckend. Unterhalb konnte man das nördliche Ende des Lake Wakatipu und das Dart River Valley sehen, auf der anderen Seite die teils noch etwas schneebedeckten Gipfel der Berge rundherum.

Geschafft! :-) mit Eilish, einer unserer Teamleaderinnen Gruppenfoto Aussichten

Nachdem wir ausgiebig die Aussicht genossen und viel zu viele Fotos gemacht hatten, begaben wir uns langsam und vorsichtig wieder an den Abstieg. Gegen 15 Uhr erreichten wir schließlich wieder den Parkplatz, wo wir allerdings noch über eine Stunde in der Sonne warten mussten, bis wir wieder abgeholt wurden.

Viele Autos kamen hier nicht vorbei...

Zurück auf dem Campingplatz hatte ich dann wie einige andere auch erstmal das Bedürfnis nach einer Abkühlung. Die gab es in Form eines Bades im Routeburn River. So glasklar und blau wie der Fluss war, so eiskalt war er allerdings auch. Länger als wenige Sekunden hielt es keiner im Wasser aus, aber zumindest war es sehr erfrischend und ein guter Ersatz für die nicht vorhandene Dusche. :D

Routeburn River am Campingplatz...leider kein Foto vom Baden :D der Campingplatz

Abends gab es dann einen Kochwettbewerb unserer Gruppenleiter. Unsere drei Teamleader, Annie, Becky und Eilish zauberten uns auf dem Campinggrill super leckere Veggieburger aus insgesamt 18 Zutaten und sahnten damit den Gewinn für das Hauptgericht ab. Zum Nachtisch gab es bei uns Applecrumble mit Vanillepudding...was für ein Camperleben! :D

Abendessen Die Sieger-Veggieburger :D Apple Crumble mit Vanillepudding

Später am Abend wurden dann noch alle möglichen Spiele gespielt, ein Geburtstagslied für einen Mitcamper gesungen, Bierchen getrunken und zum Abschluss gab es noch eine Runde Worm Wrestling. Dabei treten in einer abgesteckten "Arena" zwei Camper in Schlafsäcken stehend gegeneinander an - Arme benutzen ist verboten und wer zuerst fällt oder aus der Arena geschubst wird, hat verloren. Ich hab mich dann irgendwann noch ein bisschen auf den Parkplatz gesetzt, den Sternenhimmel genossen und versucht, mal wieder ein paar neue Sternbilder zu lernen. :D Da wir von unseren Wanderungen alle hundemüde waren, schliefen wir in dieser Nacht erstaunlich gut.

Am nächsten Morgen stand nach dem Frühstück noch ein Rivercrossing-Training im Fluss neben dem Campingplatz statt. Ausgerüstet mit großen Backpacks und Wanderschuhen übten wir, in Vierergruppen den Fluss sicher zu durchqueren. Das hat Spaß gemacht, war allerdings ziemlich kalt (der gleiche Fluss wie am Vortag - mit wahrscheinlich etwas unter 10°C Wassertemperatur) und natürlich nass. Ich hatte schlauerweise als Zweitschuhe lediglich meine Flipflops dabei...sehr Kiwi-mäßig! :D Nach dem Rivercrossing packten wir unsere Sachen zusammen und ein paar Leute nutzten die restliche Zeit und die Tatsache, dass sie eh schon nass waren, um noch mal ein kurzes Bad im Fluss zu nehmen. Gegen 13 Uhr machten wir uns schließlich auf den Rückweg. Unterwegs machten wir aber noch eine Pause am Lake Wakatipu, wo einige noch mal schwimmen gingen. Die Kulisse hier war absolut traumhaft und ich war ein bisschen traurig, dass ich meine noch nassen Badesachen in das große Backpack gepackt hatte, das irgendwo im Gepäckfach des Busses lag. Das einzige, was die Idylle störte, waren die Sandflies, die an dieser Stelle zu Tausenden rumflogen, sodass man gefühlt mindestens 50 davon gleichzeitig auf Armen, Beinen und sonst überall sitzen hatte. Wer vorher noch nicht komplett zerstochen war, war es spätestens jetzt - und leider scheinen die Viecher mittlerweile gegen so ziemlich alle herkömmlichen Abwehrsprays immun zu sein, denn obwohl wir alle mit den verschiedensten Sachen eingesprüht waren, ließen sie sich nicht abschrecken. Aber gut, das gehört auf der Südinsel wohl dazu. Angeblich beginnt man nach 10.000 Stichen irgendwann langsam eine Immunität zu entwickeln, sodass die Bisse nicht mehr ganz so arg jucken. Na dann :D

Badestopp am Lake Wakatipu Gruppenfoto und noch eins in die andere Richtung :D Einige gingen hier schwimmen...die Wassertemperatur war jedenfalls wesentlich angenehmer als im Routburn River! Der glasklare Lake Wakatipu

Einen zweiten Zwischenstopp, diesmal zum Mittagessen, legten wir schließlich noch in Queenstown ein. Das war ganz cool, da es auf dem Hinweg bereits dunkel gewesen war und wir jetzt zumindest mal einen kurzen ersten Eindruck der Stadt bekamen. Queenstown ist in Neuseeland DIE Touristen- und Abenteuerstadt schlechthin und der Großteil der Ladenlokale in der Innenstadt wird von Anbietern für alle möglichen Extremsportarten, Erlebnistouren etc. genutzt. Zugegebenermaßen muss man aber auch sagen, dass Queenstown nunmal eine einzigartig schöne Lage am Ufer des Lake Wakatipu hat, umgeben von den schneebedeckten Berggipfeln der neuseeländischen Alpen. Irgendwann an einem der kommenden Wochenenden stehen sowohl Queenstown als auch Wanaka auf jeden Fall noch mal auf meiner To-Visit-Liste - vor allem Wanaka, das mir bisher von ausnahmslos jedem hier als einer der schönsten Orte empfohlen wurde.

Lake Wakatipu, hier in der Nähe von Queenstown

Gegen 20 Uhr waren wir wieder zurück in Dunedin. Gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin Hanne, die auch auf dem Trip war, fuhr ich dann noch kurz zum Supermarkt und machte mich anschließend ans Auspacken und Aufräumen, ehe ich - wie immer viel zu spät - irgendwann ziemlich hundemüde ins Bett fiel. Zum Glück hatte ich aber gestern erst um 12 Uhr Vorlesung und konnte dementsprechend erstmal ausschlafen. So schön das Campen jedes Mal ist, so schön ist es dann trotzdem auch, wieder ein richtiges Bett zu haben. :D

Montag, 04.03.2019

Der erste Wochenendtrip - Tag 3: Te Anau und Milford Road

Am dritten Tag unseres Wochenendtrips wollten wir von Manapouri aus ins ca. 30 Minuten entfernte Te Anau fahren. Te Anau ist soetwas wie das Tor zum Fiordland und direkt oder indirekt Ausgangspunkt für 3 der Great Walks in Neuseeland. Von hier startet der Kepler Track und ebenso die Milford Road - die Straße, die mitten hinein ins Fiordland zum Milford Sound führt. Von dort starten dann der Routeburn Track sowie der Milford Track.

Auf dem Weg nach Te Anau machten wir einen kurzen Schlenker in die Supply Bay, wo ein kleiner Wanderpfad durch den Regenwald zum Waiau River führt. Es war nicht ganz einfach, den Start dieses Pfades am Waldrand zu finden, da es sich nicht um einen offiziellen Wanderweg handelt. Aber nach etwas Suchen hatten wir ihn dann doch gefunden. Der Weg dauert hin und zurück ca. 40 Minuten und führt zu einem Aussichtspunkt am Fluss, von dem aus man theoretisch noch 2 Stunden weiter zum Ruby Beach laufen kann, was wir uns aber aus Zeitgründen gespart haben.

  Manapouri und die Supply Bay Waiau River

In Te Anau angekommen haben wir zunächst einen Zwischenstopp beim Visitor's Centre eingelegt, wo wir einige Infos über die Fiordland-Region und die dortigen Great Walks eingeholt und Broschüren mitgenommen haben. Außerdem wurde hier noch ein Kurzfilm über das Fiordland gezeigt, den wir uns angeschaut haben. Anschließend sind wir nach Te Anau reingefahren und haben dort im Supermarkt erstmal ein paar Snacks zum Brunchen geholt und im iSite (das sind die Touristen-Infozentren) noch mehr Broschüren mitgenommen.

Das Zentrum der kleinen Stadt Te Anau ist eigentlich nur eine Straße

Am Parkplatz entschieden wir uns dann dafür, den ersten Teil der Milford Road zu fahren, da es auf dem Weg zum Milford Sound noch eine ganze Reihe spannender Wanderwege und Haltepunkte mit spektakulärer Landschaft gibt, die man kaum alle auf einmal anschauen kann. Bis Te Anau Downs führt die Straße unmittelbar am Lake Te Anau entlang, was allein schon eine unglaublich schöne Kulisse bietet.

Blick auf Lake Te Anau auf dem Weg nach Te Anau Downs

Unser erstes Ziel war Lake Mistletoe, ein kleiner Gletschersee kurz vor Te Anau Downs. Vom Parkplatz aus führt ein ca. 45-minütiger Rundwanderweg zu dem See, der von einer wunderschönen grünen Landschaft umgeben ist.

Lake Mistletoe Lake Mistletoe

Panoramafoto vom Lake Mistletoe Track

Fjordlandschaft von der Straße beim Lake Mistletoe Fjordlandschaft

Von dort aus ging es dann weiter durch Te Anau Downs Richtung Norden...

Milford Road

...bis wir nach eine knappen Stunde das Eglinton Valley erreichten. Und was ist das für eine unglaubliche Landschaft! Wir hatten Glück, dass wir als wir ankamen fast alleine dort waren und den magischen Ort eine Weile so genießen konnten. Leider dauerte es trotzdem nicht allzu lange, bis hinter uns 10 weitere Autos am Straßenrand standen und fleißig vor der wunderschönen Kulisse posiert wurde...aber wer will es den Touris auch verübeln. Dieses Land bietet nunmal so viele unglaublich faszinierende Landschaften, es ist fast unmöglich in einem zeitlich begrenzten Urlaub auch nur einen Bruchteil davon wirklich zu sehen.

Das Mitläufer-Tourifoto :D Aber am liebsten hätte ich einfach ein Buch dabeigehabt und wäre dageblieben :-) Und es wurden immer mehr...

Wenige Kilometer nördlich des Eglinton Valleys liegen die sogenannten Mirror Lakes, in denen sich bei gutem Wetter und Windstille das Bergpanorama spiegelt. An diesem Tag leider nicht so richtig, da es zwar teils sonnig, aber ziemlich windig war. Trotzdem sind die Mirror Lakes auch so einen Besuch wert, das Panorama ist einfach wunderschön.

Mirror Lakes...man beachte das Schild :-) Mirror Lakes Mit der richtigen Perspektive kann man den Spiegeleffekt auch einfach vortäuschen ;-)

Bei den Mirror Lakes mussten wir dann leider auch wieder umdrehen, da uns so langsam sowohl das Benzin als auch die Zeit ausging. Wir hatten immerhin noch gut 4,5 Stunden Rückfahrt nach Dunedin vor uns. Der Rückweg hielt dann allerdings auch noch eine kuriose und eine schöne Überraschung für uns parat. Erst gerieten wir in eine Art Oldtimer-Traktor-Parade, dann begleitete uns über fast 2 Stunden ein Regenbogen auf unserem Heimweg, der sich kurz vor dem Ziel wie ein Tor in den schillerndsten Farben vor uns öffnete, ehe er sich dann beim "Hindurchfahren" auflöste. Das war definitiv der schönste Regenbogen, den ich bisher erlebt habe :-)

Was nach Umzug auf neuseeländische Art aussieht, ist eigentlich eine Oldtimer-Traktorparade :D Schönster Regenbogen, den ich je gesehen habe =)

Gegen 21 Uhr waren wir dann endlich wieder zuhause, nachdem wir die Gelegenheit des Mietwagens noch für einen Wocheneinkauf bei Pak'nSave genutzt haben - der "Aldi" von Neuseeland, der leider im Süden Dunedins und damit nicht gerade fußläufig um die Ecke liegt.

Donnerstag, 28.02.2019

Der erste Wochenendtrip - Tag 2: Bluff, Southern Scenic Route und Fiordland

Der zweite Tag begann wie der Vorabend aufgehört hatte - regnerisch und kühl. Unser heutiger Plan war es, von Invercargill über die Southern Scenic Route, die an der Küste entlang führt, Richtung Fiordland fahren. Wir hatten vorher versucht, eine Unterkunft entweder in Te Anau oder im nahegelegenen Manapouri zu finden, waren aber erfolglos, da die Hostels auch in der Umgebung alle ausgebucht waren. Unklar, wo wir übernachten konnten, machten wir uns trotzdem einfach mal auf den Weg. Zunächst haben wir aber noch einen kleinen Umweg nach Bluff zum Stirling Point gemacht. Bluff liegt auf einer kleinen Halbinsel südlich von Invercargill und ist der Ort, von dem auch die Fähren nach Stewart Island ablegen. Stirling Point ist ein Aussichtspunkt im Osten dieser Halbinsel.

Stirling Point in Bluff Steinstrand in am Stirling Point

Von Bluff aus sind wir dann zurück durch Invercargill und entlang der Küste weiter Richtung Nordwesten gefahren. Den ersten kurzen Fotostopp haben wir bei Colac Bay eingelegt, dann ging es weiter zu Monkey Island. Monkey Island ist ein Mini-Inselchen direkt am Strand. Bei Ebbe kann man über den Strand dorthin laufen und auf der Insel selbst führt eine Treppe hoch und auf der anderen Seite wieder runter. Als wir dort ankamen, war das Wasser gerade wieder langsam am ansteigen. Jakub und ich entschieden uns, unsere Schuhe am Strand zu lassen und barfuß zur Insel rüberzulaufen, da die Insel bereits wieder durch einen kleinen Streifen Wasser vom Strand "getrennt" war, auch wenn gerade keine Wellen kamen. Veronika und Sarah war das zu unsicher und sie blieben lieber gleich am Strand. Der kleine Ausflug hat sich gelohnt, fand aber ein ziemlich nasses Ende. Auf dem Rückweg warteten wir und warteten darauf, dass das Wasser wieder ein bisschen zurückging, aber wir hatten den Eindruck, dass es eher tiefer wurde. Um kein Risiko einzugehen, entschieden wir uns also lieber so schnell wie möglich zurückzugehen, wobei das Wasser mittlerweile bis hoch an die Oberschenkel reichte. Mit patschnassen Hosen (ich rette hier immer nur meine Kamera :D) kamen wir zurück und stellten dann knapp 10 Minuten später fest, dass das Wasser mittlerweile wieder zurückgegangen war und wir mit etwas mehr Geduld trocken hätten bleiben können. Witzigerweise hatte ich auf der Insel eine Benachrichtigung meiner Handy-App erhalten, dass es in dem Moment als wir rübergingen ein Erdbeben der Stärke 4,1 in ca. 80 km Entfernung gegeben hatte. Keine Ahnung, ob das irgendeinen Einfluss hatte, aber es war schon ganz interessant irgendwie.

Kurzer Stopp in der Nähe von Colac Bay Monkey Island - hier noch relativ trocken zu erreichen Monkey Island Das Wasser stieg relativ schnell an und bescherte uns einen nassen Rückweg...

Nach diesem unfreiwilligen kleinen Quasi-Bad im Meer war erstmal Umziehen angesagt, ehe wir weiterfahren konnten. Zum Glück befindet sich bei Monkey Island ein Freedom-Campingplatz, somit gab es zumindest ein etwas größeres Toilettenhäuschen (mit Plumpsklo - daran gewöhnt man sich hier unterwegs ziemlich schnell ;-)).

Einen weiteren kurzen Stopp legten wir etwas weiter nördlich am Aussichtspunkt McCracken's Rest ein.

 Aussichtspunkt McCracken's Rest

Kurz hinter McCracken's Rest verläuft die Southern Scenic Route dann weg von der Küste ins Landesinnere, gerade hoch Richtung Norden und immer näher heran an die inneren Ausläufer des Fiordland-Nationalparks. Kurz vor Clifden bogen wir von der Hauptstraße ab und machten einen Abstecher zum Lake Hauroko, mit bis zu 463 m der tiefste See Neuseelands. Die Straße, die zum See führt, ist 30 km lang - davon 20 km Schotterpiste. Etwas über eine Stunde brauchten wir, bis wir den See erreichten, wo dann direkt die nächste Überraschung auf uns wartete: Sandflies. Kaum hatten wir die Autotür ein kleines Stück geöffnet, kamen die Viecher auch schon in Massen hereingeflogen. Zumindest Veronika und Jakub waren so schlau und hatten Insektenspray mitgenommen; mir fiel dann in diesem Moment auch ein, was ich eigentlich unbedingt noch hatte kaufen wollen ;-) So gut es ging eingepackt in Jacke und Kapuze liefen wir hinunter zum See und im Anschluss noch den "Lake Hauroko Bushwalk", ein gut 40-minütiger Rundwanderweg, der erst am Ufer entlang und schließlich in den Wald führt. Man kann hier gut beobachten, wie sich die Waldvegetation mit Abstand zum See verändert. Da wir schon so lange hierher gefahren waren, beschlossen wir noch ein kleines Stück des Lake Hauroko Lookout Track zu laufen, ein 4-stündiger Wanderweg, der ein Stück weit den Berg hinauf führt, von dem man dann eine gute Aussicht auf den See hat. Leider kommt der Berg jedoch wohl erst ziemlich am Ende, jedenfalls drehten wir nach gut 20 Minuten Fußmarsch am Seeufer entlang dann doch wieder um. Da es schon wieder später Nachmittag war und wir vor Sonnenuntergang in Manapouri sein wollten, wo wir tatsächlich zwischenzeitlich noch eine Unterkunft  in einem Cottage auf einem Campingplatz ergattern konnten.

Auf dem Weg zum Lake Hauroko Lake Hauroko Lake Hauroko Bushwalk...in Neuseeland folgt man stets den orangenen Pfeilen :-) Lake Hauroko, Neuseelands tiefster See

Auf dem Rückweg Richtung Hauptstraße waren wir vor allem damit beschäftigt, die Sandflies wieder aus dem Auto rauszukriegen, was uns mittelmäßig gut gelang...ein Glück, dass sie nicht durch die Hosen durchstechen. Zurück auf der Southern Scenic Route war es nur noch ein kurzes Stück bis nach Clifden. Hier schauten wir uns kurz die historische Hängebrücke an, die allerdings nicht wirklich spannend war, vor allem bei dem regnerischen Wetter. Dann fuhren wir noch kurz zu den Clifden Caves, ein großes Höhlensystem, das man theoretisch in ca. einer Stunde durchqueren kann, wenn man denn die passenden Klamotten und Taschenlampen dabeihat. Ich fand es schon wieder interessant, dass ein solches Höhlensystem hier völlig frei zugänglich ist und touristisch auch ganz ordentlich beworben wird - nicht ohne eine Fülle an Warnhinweisen, dass die Höhle sturzflutgefährdet ist und deshalb niemals vor, während oder nach stärkeren Regenschauern betreten werden sollte (die in diesem Land allerdings regelmäßig ziemlich plötzlich kommen). Führungen gibt es hier keine, das Betreten und Durchklettern erfolgt also vollständig auf eigenes Risiko. (Ist so ein bisschen als würde man die Kluterthöhlentour mal gerade völlig unüberwacht auf eigene Faust machen, inklusive klettern, kriechen, Höhlenpooldurchquerung etc - irgendwie creepy? :D). Da es sowieso am Regnen war, sind wir dann jedenfalls nur kurz in den Eingang reingeklettert und haben uns die ersten 20 Meter der Höhle von innen angeschaut. An sich ist die Durchquerung bestimmt ziemlich cool, zumal es tiefer im Inneren auch Glühwürmchen gibt, aber ehrlich gesagt wäre mir das ungeführt auch bei gutem Wetter doch zu riskant.

 Infoschild zu den Clifden Caves Höhleneingang 1 zu den Clifden Caves Stalagtiten an der Decke der Höhle zumindest mal reinschauen ;-) Die Höhle wurde aber auch schnell deutlich schmaler.

Clifden Suspension Bridge Auf dem Weg ins Fiordland

Von Clifden aus fuhren wir dann durch bis nach Manapouri, wo wir früher als geplant bereits gegen 19 Uhr den Campingplatz erreichten. Und was für eine schöne Überraschung - auf uns wartete ein richtig schickes Cottage fast direkt am See, das wir uns mit zwei älteren Frauen aus Australien und Großbritannien teilten. Sogar mit Heizung! Ein Schnäppchen für umgerechnet 13 Euro die Nacht, da kann man echt nicht meckern - mal wieder mehr als Schwein gehabt, und das nur weil wir aufgrund unserer Super-Last-Minute-Planung kein Hostel mehr hatten finden können. Auf dem Campingplatz gab es außerdem noch eine schöne Lounge und eine bestens ausgestattete Küche, da wäre ich auch gerne noch länger geblieben.

Der Campingplatz in Manapouri - was für ein Glück, Backpacker zu sein :D Unsere schicke Hütte - da hätte man es auch gerne noch länger aushalten können :-)

Da wir doch früher da waren als geplant, haben wir schließlich noch einen kurzen Spaziergang am Ufer des Lake Manapouri gemacht. Fußläufig vom Campingplatz ist auch die Anlegestelle, wo die Tagesausflüge mit dem Schiff in den Doubtful Sound starten. Leider hatten wir zumindest an diesem ersten Wochenende nicht die Zeit dafür, da wir am Sonntag ja bereits wieder zurück nach Dunedin fahren mussten und auch noch weiter nach Te Anau wollten. Außerdem sind die Fjordtouren nicht allzu günstig und daher wird es wahrscheinlich doch auf den Milford Sound hinauslaufen, der etwas einfacher zu erreichen ist und wo die Touren daher auch etwas günstiger sind. Aber mal abwarten, es werden sicher in den kommenden Wochen noch viele viele Ideen und Pläne hinzukommen...

 mystische Stimmung am Lake Manapouri mit der Fjordlandschaft im Hintergrund  Frasers Beach am Lake Manapouri

Dienstag, 26.02.2019

Der erste Wochenendtrip - Tag 1: Die Catlins

Letztes Wochenende stand der erste größere Roadtrip an. Gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin Veronika, Jakub (beides Studenten aus der Tschechischen Republik) und Sarah, einer anderen deutschen Austauschstudentin aus Heidelberg, mietete ich ein Auto, um 3 Tage lang die Region südlich von Dunedin zu erkunden. Unsere Planung war ziemlich spontan und chaotisch - ursprünglich wollten wir mit der Fähre nach Stewart Island fahren, eine kleinere Insel südlich der Südinsel von Neuseeland. Weil die Fährfahrt dorthin für einen Tagesausflug aber zu teuer ist und wir noch nicht richtig ausgestattet waren, um auf Stewart Island den Rakioura Track (einen der Great Walks) zu laufen, haben wir uns dann umentschieden. So sind wir also am Freitagmorgen zunächst mit dem Bus zur Autovermietung gefahren und haben uns dann mit unserem Mietwagen, einem schicken Mazda Demio, auf den Weg Richtung Süden gemacht.

Unser erstes Ziel hieß Nugget Point, ein Kap mit Leuchtturm und markanten Felsen 110km südlich von Dunedin.

Kurzer Foto-Stop an der Küste auf dem Weg von Dunedin zum Nugget Point Nugget Point Lighthouse Der Tag begann mit traumhaftem Wetter :-) Der Weg vom Parkplatz zum Leuchtturm ist knapp einen Kilometer lang und wunderschön, vor allem bei Sonnenschein! farbenfrohe Landschaft Ein bisschen kalt war es noch mit dem Wind :D aber durch die Sonne wird es dann doch schnell richtig warm. Aussicht vom Nugget Point

Unser nächstes Ziel war Jack's Blowhole. Dort fließt das Wasser vom Meer durch eine kleine Öffnung in eine große Höhle im Landesinneren, die oben offen ist. Wenn man Glück hat, kann man dann bei Wellen, die auf die seitliche Höhlenöffnung treffen, im Inneren der Höhle teils ziemlich spektakuläre Wasserfontänen beobachten. Vom Parkplatz am Strand aus führt ein gut 20-minütiger Wanderweg hinauf zum Blowhole, der für sich genommen schon wunderschön ist - den Ozean auf der einen Seite, die riesigen Schafweiden auf der anderen. Allein dafür hat sich der Abstecher gelohnt, auch wenn wir leider keine Wasserfontäne beobachten konnten. Dafür haben wir am Strand einen Seelöwen aus unmittelbarer Nähe beobachten können, der dort munter die Möwen gejagt hat. :D

Strand, wo der Jack's Blowhole Track startet. Die Hinweisschilder zu den Seelöwen finden sich hier fast an jedem Strand. Ist der süß oder süß? :D Jack's Blowhole Track Jack's Blowhole...leider erkennt man auf dem Foto nicht allzu viel Zwischen Feldern und Meer :-) Jack's Blowhole Track

Von Jack's Blowhole aus ging es weiter Richtung Westen und ein bisschen weg von der Küste ins Landesinnere, zu den Purakaunui Falls. Die Wasserfälle sind nicht besonders hoch, aber trotzdem absolut sehenswert. Dorthin führt ein kleiner und relativ kurzer Weg durch den dichten Wald.

Durch den Wald... ...zu den Purakaunui Falls :-)

Weiter Richtung Westen ging es wieder an die Küste, wo wir einen kurzen Zwischenstopp am Florence Hill Lookout einlegten.

Küste in den Catlins Catlins Florence Hill Lookout Florence Hill Lookout 

Danach wollten wir eigentlich noch zu den Cathedral Caves, aber der Zugang war leider nachmittags geschlossen. Daher sind wir weiter zu den McLean Falls gefahren, ein weiterer größerer Wasserfall inmitten der Catlins. Um dorthin zu gelangen, muss man einem etwas längeren Waldweg hinauf entlang des Wassers folgen. Um direkt zu dem oberen größeren Wasserfall zu kommen, muss man dann noch ein wenig klettern (möglichst ohne nass zu werden), oder man schaut ihn sich einfach von unten an.

Der Weg zu den McLean Falls Erwähnte ich eigentlich schon mal, dass die Wälder hier faszinierend sind? :D McLean Falls (ich hab eine neue Kamerafunktion gefunden, yay! Wollte die Langzeitbelichtung doch immer schon mal ausprobieren :D) Hoch- und runterklettern ohne die Kamera zu versenken - geschafft :D Versuch eines Selfies...die Begeisterung war definitiv größer, als es hier rüberkommt :'D links Jakub, ganz rechts Sarah, daneben Veronika

Da es mittlerweile später Nachmittag war, haben wir auf dem Weg zu unserer Unterkunft in Invercargill nur noch einen Stopp beim Slope Point eingelegt. Der Slope Point ist der südlichste Punkt des neuseeländischen "Festlandes", also eigentlich der Südinsel. Der Stopp hatte es dann auch in sich, denn bereits als wir aus dem Auto ausstiegen, war es extrem windig. Wir sind dann trotzdem über die Wiese runtergelaufen zur Felsküste, was gar nicht mal so einfach war, weil man die ganze Zeit fast weggeweht wurde. Ein Taschentuch flog mir beim Versuch, mein Handy aus der Jackentasche zu holen, an einen wenige Meter entfernten Baumstamm und klebte auch eine halbe Stunde später noch da, vom Wind festgehalten. Ein Wunder, dass keines unserer Handys fliegen gegangen ist! Trotz des offensichtlich in rasantem Tempo aufziehenden Unwetters (Ausläufer des Zyklons OMA vor Brisbane an der australischen Ostküste) wollten wir unbedingt ein Bild von dem Schild haben. Jaja, dumme Touris. :D Haben wir auch geschafft, und just in jenem Moment begann es dann auch zu schütten wie aus Kübeln. Ungelogen, ich wusste noch nicht, wie schmerzhaft Regen sein kann. Nach einem gefühlt ewigen Rückweg kamen wir restlos durchnässt am Auto an. Meine Jeans konnte ich auswringen, aber immerhin - die Regenjacke hat tatsächlich einigermaßen standgehalten. :D

windige Schafselfie-Versuche :D Die Schafe stört der Wind allerdings herzlich wenig... Sieht eigentlich noch ganz schön aus der Himmel, zumindest in die Richtung Zyklonausläufer im Anmarsch Da ist es, das Foto :D erstaunlicherweise kaum verwackelt, obwohl der Himmel beim Abdrücken seine Schleusen geöffnet hat und ich die (nicht mal spritzwassergeschützte) Kamera nur noch unter meiner Jacke in Sicherheit gebracht habe :D 

Durchnässt wie wir waren, sind wir dann nur noch durchgefahren bis Invercargill, was noch etwas über eine Stunde Fahrtzeit entfernt war. Dort konnten wir uns dann endlich umziehen und hatten sogar den Luxus, ein Vierbettzimmer komplett für uns zu haben. Das Hostel - Tuatara Lodge - hatte die wackeligsten Etagenbetten überhaupt, war aber sonst eigentlich ganz gut. Wir waren schon froh, überhaupt etwas für 4 Leute gefunden zu haben, da wir nicht vorgebucht hatten (bzw. erst mittags am selben Tag). Relativ schnell fielen wir dann auch hundemüde ins Bett, nach dem Abendessen, das ganz Roadtrip-mäßig aus 5-Minuten-Terrinen und Mikrowellenreis bestand. ;-)

Montag, 25.02.2019

Die O-Woche

Es hat nicht lange gedauert, bis ich mit dem Bloggen nicht mehr hinterherkomme, aber das war ja absehbar :D

In der letzten Woche fand in Dunedin die sogenannte O(rientierungs)-Woche für die neuen Studenten - d.h. sowohl für die Erstsemester als auch für die Internationals - statt. Die meisten Studenten kamen vorletztes Wochenende zurück aus den Semesterferien. Man merkt das hier sofort, da die Studenten ca. 20% der Einwohner von Dunedin ausmachen und es dementsprechend wesentlich voller wurde - und seeehr viel lauter. Dunedin ist in Neuseeland als DIE Studenten-Party-Hauptstadt bekannt und ohne die anderen Uni-Städte in Neuseeland tatsächlich zu kennen, glaube ich - zurecht. Sagen wir so: Man nehme Weiberfastnacht und den 11.11. in Köln zusammen, reduziere das ganze auf einen kleineren Maßstab, was die Größe der Stadt und die Anzahl der Menschen angeht und voilà - willkommen beim Semesterstart in Dunedin. :D Für manchen nicht-studentischen Einwohner dieser Stadt ist das wohl eher die favorisierte Woche für ein bisschen Urlaub irgendwo im Wochenendhäuschen draußen in den Catlins. Tatsächlich sind Alkoholkonsum und damit einhergehende Randale einiger Studenten in den vergangenen Jahren hier teils so eskaliert, dass es in der Stadt mittlerweile einige Alkohol-Verbotszonen gibt und die offiziellen Partys zu Semesterbeginn von der Uni überwiegend ins Rugby-Stadion verlegt wurden, wo sie dann in einigermaßen kontrolliertem Rahmen stattfinden. Ich finde es aber durchaus faszinierend, wie die Uni sich diesen "Problemen" widmet. Es gibt hier einen Campus-Polizisten und eine Art Sicherheitsdienst namens "Campus Watch". Letztere sind über eine kostenlose Telefonnummer 24/7 erreichbar und fahren einen in der Umgebung des Campus notfalls auch nach Hause, entweder wenn man sich (vor allem als Frau) nicht sicher fühlt, nachts zu Fuß zu laufen, oder aber wenn jemand so betrunken ist, dass er nicht mehr sicher alleine nach Hause kommt. Tatsächlich gab es in der O-Woche sogar ein Zelt, wo man Substanzen vertraulich auf Gefährdungspotenzial testen lassen konnte. Das ganze nach dem Motto: Wir können nicht verhindern, dass Studenten sich ausprobieren und hin und wieder auch mal über die Stränge schlagen und/oder Verbotenes tun, aber wir wollen zumindest so gut es geht auch dann noch ihre Sicherheit gewährleisten.

  Alkohol-Verbotszonen in Dunedin

Überhaupt hat mich die Uni hier in der ersten Woche ziemlich beeindruckt. Alles ist modern und es gibt für jeden Studenten diverse Anlaufstellen und zahlreiche Unterstützungsangebote - vom uni-eigenen Medical Health Centre über das Sexual Violence Support and Prevention Centre, Disability Information & Support, das International Office, und verschiedene Studentenberatungsteams bis zum "Ask Otago"-Zentrum, das als Ansprechpartner für sämtliche Fragen rund um die Uni dient, sowie noch einigen weiteren. Die Bibliothek hier ist super groß, es gibt unterschiedliche Arbeitsbereiche und auch Sofaecken sowie eine Vielzahl an Gruppenarbeitsräumen. Und anders als bei uns darf man hier all seine Sachen mit in die Bibliothek nehmen und dort auch essen und trinken, solange man damit niemanden stört.

Am Mittwoch fand zunächst die offizielle Willkommensveranstaltung für die internationalen Studenten statt. Neben mehreren Begrüßungsreden und Vorstellung der verschiedenen Studentenorganisationen, gab es auch eine Maori-Aufführung einer lokalen Highschool, bei der unter anderem ein Poi-Tanz und ein Haka-Tanz aufgeführt wurden. Im Anschluss an die Veranstaltung gab es noch ein gemeinsames Mittagessen. Danach habe ich mit meiner tschechischen Mitbewohnerin Veronika und zwei weiteren tschechischen Studenten, Jakub und Kristýna, an einer Campus-Führung teilgenommen. Später bin ich noch zur "Tent City" gegangen, wo sich nahezu alle Organisationen rund um die Uni vorstellen (und kostenlose Goodies verteilen :D).

Einen kleinen Eindruck der Willkommensveranstaltung gibt es hier. :D

Am Donnerstag war "Clubs Day". Das ist eine größere Veranstaltung auf der Museumswiese zu Semesterbeginn, bei der sich die über 150 Clubs der Uni vorstellen. Dort kann man mit den Leuten quatschen, sämtliche Fragen stellen und den Clubs beitreten. Das Konzept der Clubs gibt es so in Deutschland nicht, es ist aber ziemlich cool. Die Clubs werden von Studenten gegründet und gehören zur OUSA (Otago University Student Association, so ähnlich wie bei uns der AStA). Es gibt Clubs zu allen möglichen Themen - darunter viele verschiedene Sportarten, diverse Hobbies, Clubs für Studenten verschiedener Länder/Kulturen und auch - das dann ähnlich wie bei uns - politische oder religiöse Clubs oder lokale Studentengruppen größerer Organisationen wie Amnesty International oder AIESEC. Ich habe mich insgesamt für 3 Clubs eingeschrieben: für den Tramping Club, den Badminton Club und für AAPES (Animals, Aquatic, Plants, Environmental Society). Der Tramping Club ist einer der beiden größten Clubs der Uni und bietet regelmäßig Wochenendtouren, Wandertrips, Klettertouren und vieles mehr an. AAPES ist ein Club für alle Natur- und Biowissenschaftsinteressierten und organisiert neben Volunteering-Aktionen auch verschiedene Ausflüge in die Natur rund um Dunedin, einschließlich Campingtrips und verschiedenen anderen Events.

Neben dem Clubs Day gab es am Donnerstag noch zwei Vorträge, die ich mir angehört habe. Der eine hieß "New Zealand Culture - Spot the Difference", dabei ging es wie der Name schon sagt vor allem um die neuseeländische Kultur, Unterschiede zu anderen Kulturen und was man so für den Alltag, das Studium oder den Beruf wissen sollte. Darunter waren einige Dinge, die mir in der ersten Woche auch schon aufgefallen sind. Zum Beispiel, dass viele Neuseeländer wetter- und temperaturunabhängig in Shorts bzw. Hotpants und Flip Flops oder auch gleich barfuß rumlaufen (auch gerne im Supermarkt - manchmal sogar vor allem dort, denn es ist teilweise üblich, dreckige Arbeitsschuhe vor dem Supermarkt auszuziehen). Oder, dass Neuseeländer meistens extrem freundlich und hilfsbereit sind und sehr viel lachen (was im Vergleich zu Deutschland wirklich positiv auffällt), zur Begrüßung üblicherweise ein "How are you?" oder "How's it going?" gehört (was mich tatsächlich zunächst irritiert hat und manchmal noch tut) und ganz besonders, dass sich Neuseeländer ungefähr 10x so oft entschuldigen wie Deutsche - auch dafür, dass sie einfach nur an einem vorbeilaufen oder glatt dafür, dass es mal wieder regnet.

Der andere Vortrag hieß "Outdoor Safety - Thrive and Survive" und dabei ging es vor allem um Sicherheitsaspekte beim Wandern, Tipps für Neuseelands Great Walks (offizielle Mehrtages-Hüttenwanderwege vom Department of Conservation) und die Vorstellung einiger Wandermöglichkeiten auf der Südinsel. Im Anschluss daran gab es in kleinerer Runde noch eine kurze Einführung ins Thema "Sichere Flussdurchquerung", da dies bei vielen Wanderwegen ein relevantes Thema ist und zugleich eine der häufigsten Ursachen für tödliche Unfälle bei Wanderungen in Neuseeland.

Ansonsten war ich letzte Woche noch mit Rebecca, meiner schwedischen Mitbewohnerin, bei Rob Roys - das ist Dunedins bekannteste und beliebteste Eisdiele und laut allgemeiner Meinung hier ein Must-Do. War gut, aber ich will nicht lügen, italienisches Eis ist halt italienisches Eis und nicht italienisches Eis ist halt...jaaaa. Anders. :D Ich bleib wenn ich die Wahl hab dann doch beim italienischen Eis (wobei American Icecream zugegeben zwischendurch auch ganz geil ist :P)

Was sonst noch?

Montag und Dienstag habe ich vor allem noch ein paar organisatorische Dinge erledigt, meinen Studentenausweis abgeholt und das Übergabeprotokoll für die Wohnung fertiggemacht, mich für einen zweitägigen Kletterkurs angemeldet, der übernächstes Wochenende stattfindet und die Stadt und Umgebung weiter erkundet. Mit dem Bus bin ich zum ca. 30 Minuten entfernten St Clair Beach gefahren und am Strand erstmal fast über einen Seelöwen gestolpert. Die Natur hier ist sooo faszinierend, Seelöwen oder Pelzrobben leben hier unten an vielen Stränden ebenso wie teilweise Pinguine und wenn man Glück hat, sieht man an einigen Stellen sogar Delfine (das Glück mit den Pinguinen und Delfinen hatte ich bisher noch nicht, aber bin ja auch gerade mal knapp 2 Wochen hier). Am St Clair Beach befindet sich auch die Surfschule von Dunedin, wo ich super gerne noch Surfunterricht nehmen würde, mal schauen ob das noch klappt. Außerdem gibt es dort einen beheizten Salzwasserpool direkt am Meer.

  beheizter Salzwasserpool am St Clair Beach St Clair Beach Warnglocke für Hai-Sichtungen am St Clair Beach Wer sitzt denn da am Strand? Und tschüss :D Geschichte der Seelöwen am St Clair Beach St Clair Beach

Dann habe ich einen längeren Spaziergang zu den Woodhaugh Gardens im Norden von Dunedin gemacht und bin von dort aus entlang des Leith Walkway Richtung Norden bis kurz vor Ross Creek gelaufen. Leith ist der kleine Fluss, der auch durch den Campus der Universität fließt. Da es schon recht spät war und ich alleine unterwegs - mit mangelhaftem Orientierungssinn und ohne physische Karte - bin ich dann doch irgendwann umgedreht. Die Wanderung zu Ross Creek möchte ich aber auf jeden Fall noch mal irgendwann machen, die Gegend ist nämlich super schön und schon auf dem Weg zu den Woodhaugh Gardens hat man eine super Aussicht über die Stadt.

  Die Queen Street, in der ich wohne, führt zu den Woodhaugh Gardens. Immer geradeaus und 3x hoch und runter :D Blick auf den Campus unterhalb eine Spielwiese mit Babypool in den Woodhaugh Gardens...ja, dieses Land ist wirklich kinderfreundlich (und elternfreundlich :D) Sport machen kann man hier auch Die Woodhaugh Gardens bestehen zu einem großen Teil aus Sumpfwald Ja, die Wälder hier faszinieren mich =) Der kleine Fluss Leith

In Dunedin selbst habe ich mir noch ein paar Kirchen angeschaut und vor allem den alten Bahnhof. Der Bahnhof ist heute praktisch bedeutungslos, da Neuseeland eigentlich über kein wirkliches Schienennetz mit aktivem Bahnverkehr verfügt. Es gibt aber einige Museums- bzw. Panoramabahnstrecken, darunter von Dunedin ausgehend die "Taieri Gorge Railway" sowie die kürzere "The Seasider". Zumindest die Taieri Gorge Railway möchte ich auf jeden Fall auch noch machen.

  Die First Church of Otago St Paul's CathedralDer Bahnhof von DunedinInnenhalle des BahnhofsBahnhof von Dunedin mit der Taieri Gorge RailwaySchicke Gebäude gibt es hier wirklich viele! :)

Das war schon wieder viel zu viel Text, sorry dafür (hast du das echt bis hierhin gelesen?! :D)

Zu unserem Wochenendtrip werde ich noch separate Einträge machen (weniger Text, mehr Fotos, versprochen :D).

Heute hat übrigens offiziell die Uni begonnen, es wird also jetzt sowieso ein kleines bisschen ruhiger. Also vielleicht, vielleicht auch nicht, es ist immer noch mehr als genug geplant ;)

Wie auch immer. Ganz viele liebe Grüße nach Deutschland und bis die Tage! :)

Samstag, 16.02.2019

Aramoana und der botanische Garten von Dunedin

Die ersten 3 Tage in Dunedin sind rum und ich habe zwischenzeitlich einige erste Erkundungstouren unternommen und mich ein bisschen hier eingelebt. Nachdem ich am Donnerstag noch extrem müde war und den Tag vor allem mit auspacken, einkaufen und einem Spaziergang durch die Stadt und den Uni-Campus verbracht habe, war ich gestern schon wieder einigermaßen fit. Gestern Morgen hatte ich in der Uni mein Orientierungs- und Einschreibungsseminar, wo noch einige Formalitäten erledigt wurden und wir mit haufenweise Infomaterial und Willkommens-Goodies versorgt wurden. Die Leute von der Uni sind bisher alle unglaublich nett, entspannt und hilfsbereit. Wir wurden schon mal darauf hingewiesen, dass Dozenten hier nicht mit "Professor xy" angesprochen werden, sondern schlicht mit Vornamen, dass hier auch dementsprechend locker und informell miteinander umgegangen wird und dass wir bloß nicht zu viele Kurse belegen sollen, damit wir für die vielen coolen Dinge, die Neuseeland zu bieten hat, auch noch genug Zeit haben. :D Bei dem Seminar habe ich dann gleich auch noch Sofia, eine sehr nette Peruanerin aus Lima kennengelernt, die bereits seit etwas über einem Jahr in Neuseeland lebt.

Clock Tower der University of Otago so hoch liegt die Straße, in der ich wohne - man kann wenn man genau schaut den Hafen sehen steile Straßen überall...

Nachmittags hat mir Kate, meine Kiwi-Gastgeberin, noch ein bisschen Dunedin gezeigt - unter anderem, wo es das beste Veggie-Café gibt und wo der nächste Kmart ist (Kmart ist eine der beiden großen Discount-Kaufhausketten in Neuseeland). Anschließend waren wir noch zusammen in ihrem Lieblingscafé um die Ecke und haben "Cheese-Rolls" gegessen. Das ist quasi eine Spezialität der Südinsel bzw. der Otago-Region, nicht unbedingt gesund, aber dafür lecker. Eigentlich handelt es sich einfach um Käse, der in eine Scheibe Weißtoast eingerollt, gegrillt und vor dem Essen mit etwas Butter bestrichen wird. Ja, das klingt jetzt nicht gerade nach hoher Kulinarik aber hey, es schmeckt echt gut :D

Heute war ich dann mit Sofia, ihrem neuseeländischen Freund und dessen französischem Kumpel in Aramoana, einem kleinen Küstendorf ca. 30 Minuten Fahrtzeit nördlich von Dunedin. Dieser wunderschöne Ort hat leider eine etwas tragischen Geschichte, denn vor knapp 30 Jahren fand hier der bisher einzige größere Amoklauf in der Geschichte Neuseelands statt, der seinerzeit dafür gesorgt hat, dass die Schusswaffengesetze in ganz Neuseeland deutlich verschärft wurden.

Strand in Aramoana Strand und Dünenlandschaft Ich dachte ja, der Shell Beach wäre in Westaustralien...aber das, was hier den Sand bedeckt, sind wirklich ausschließlich Muscheln und Wasserschnecken aller Art...faszinierend! Küstenfelsen in Aramoana Austernfischer am Strand

Während die anderen beiden surfen waren, haben Sofia und ich die Strände erkundet und sind dann ein Stück des Heyward Point Track gelaufen, von dem aus man eine wunderschöne Aussicht auf die Mündung des Otago Harbours hat.

Heyward Point Track Es blüht überall bunt... ...und Schafe, überall Schafe :D Ausblick genießen 

Am späten Nachmittag habe ich in Dunedin noch den botanischen Garten erkundet, der wesentlich größer war als erwartet. Hier gibt es viele schöne Ecken, wo man abseits vom studentischen Trubel in der Stadt unterhalb seine Ruhe hat und sich gemütlich hinsetzen, lesen, Pflanzen und Tiere beobachten oder fotografieren kann. Ein Teil des botanischen Gartens ist wie ein Wald angelegt und es gibt hier unglaublich viele riesige und zum Teil uralte Bäume. Außerdem gibt es mehrere große und naturnah eingerichtete Vogelvolieren, wo man einige der in Neuseeland heimischen Vögel beobachten kann. Darunter auch den "berühmt-berüchtigten" Kea, der ganz schön groß ist und dessen Schnabel ich ehrlich gesagt nicht unbedingt abbekommen möchte. :D

Der schöne botanische Garten von Dunedin Hier gibt es sogar Redwoods! ...und ganz viele andere schöne und alte Bäume. Ein neuseeländischer Kaka. Sieht dem Kea ziemlich ähnlich, von letzterem habe ich leider kein vernünftiges Bild :-)

Und für die Freunde schöner Blumen, hier noch ein paar Fotos :D

Einen Rosengarten gab es natürlich auch... Ich habe keine Ahnung, wie die alle heißen, aber schick sind sie definitiv :-) ...und bunt... :D

Und nun werde ich erstmal schlafen gehen. Ich wünsche euch einen schönen Samstag! ;-)

Donnerstag, 14.02.2019

Sightseeing in Singapur & Erster Tag in Dunedin

Nachdem sich mein gestriger Blogeintrag leider selbst gelöscht hat, ehe ich ihn speichern konnte, heute auf ein Neues :D

Nach 2 weiteren Flügen und insgesamt 26 Stunden Reisezeit von Singapur nach Neuseeland, bin ich gestern Abend endlich in Dunedin - meinem neuen Zuhause für die nächsten 4 Monate - angekommen. Es hat alles gut geklappt und wie zumeist waren die Sorgen, die ich mir gemacht habe, am Ende auch unnötig. :-) Die Flieger waren pünktlich und der Einreiseprozess in Neuseeland sah wesentlich komplizierter aus, als er dann wirklich war. Ich war mir bei ein paar Punkten auf der ziemlich detaillierten "Arrival Card" für Neuseeland unsicher, was ich da jetzt ankreuzen musste, die Beamten vor Ort gehen die unklaren Punkte aber alle genau mit einem durch. Und auch die Biosecurity-Kontrolle, über die so viel geschrieben wird, war am Ende ganz harmlos. Ich musste meine Wanderschuhe nicht mal auspacken, nachdem der zuständige Beamte mich amüsiert befragte, ob ich meine Schuhe denn "English clean" oder "German clean" geputzt hätte. Ob Klischee oder seine Erfahrungswerte, ich weiß es nicht :D Nach dem Terminalwechsel habe ich dann etwas überrascht festgestellt, dass am Flughafen Auckland wirklich schon so ziemlich alles automatisiert ist - nicht nur der Check-In und das Gepäck-Labeln findet am Automaten statt, auch die Aufgabe und das Scannen des Gepäcks muss man selber machen. Trotz der Hilfe netter Flughafenmitarbeiter hab ich übermüdet beim Scannen natürlich prompt alles falsch gemacht, zum Glück ist mein Gepäck am Ende trotzdem angekommen. :D

Der so neugierig erwartete A380 :D Willkommen in Neuseeland - Auckland von oben Fast geschafft - Landeanflug auf Dunedin

Neuseeland selbst empfing mich gestern sowohl in Auckland als auch in Dunedin mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein (dafür gab es heute Daurregen, aber man kann ja nicht alles haben :D). Tagsüber hat es im Moment noch etwas über 20 °C, die Temperaturen sollen aber die nächsten Tage auf 16°C fallen. Dunedin gefällt mir bisher richtig gut. Es gibt alles, was man irgendwie brauchen könnte, gleichzeitig ist aber auf dem Campus und in der Innenstadt alles fußläufig erreichbar. Was ungewohnt aber irgendwie auch cool ist, sind die extrem steilen Straßen. Von der Straße, wo ich wohne, hat man daher eine ziemlich gute Aussicht über das tiefer gelegene Zentrum der Stadt - und das tägliche Fitnesstraining inklusive (vor allem, wenn man gerade im Supermarkt einkaufen war :D). Die Wohnung ist super schön und eigentlich mehr ein Reihenhaus, an das noch 4 weitere Uniflats und ein College angrenzen. Wir haben insgesamt 3 Etagen mit 3 kleinen Bädern, einen großen Wohn- und Essbereich mit Küche und einen relativ großen Innenhof. Auch die einzelnen Zimmer sind alle recht geräumig und das Haus an sich ist mit viel Holz und Teppichboden richtig gemütlich. Der einzige Nachteil ist die fehlende Heizung, insbesondere da mein Zimmer im Erdgeschoss liegt. Ich bin gespannt, wie das wird wenn es Richtung Winter geht, denn die fehlende Isolierung merkt man auch jetzt schon, sobald es draußen etwas kühler wird. Der Komplex aus den 5 Uniflats hier scheint jedenfalls recht entspannt zu sein. Kate - mein Kiwi-Host - meinte, dass hier in der Straße alle Studenten landen, die zwar gerne Leute kennenlernen, aber keine Lust auf ausschweifende Partys und Saufgelage haben. Klingt ziemlich gut, finde ich :D Meine Mitbewohnerinnen sind auf jeden Fall bisher alle total nett. Morgen früh habe ich mit dem Orientierungs- und Einschreibungsseminar dann auch die erste "offizielle" Veranstaltung in der Uni und danach geht es mit meinen Mitbewohnerinnen zu einem gemeinsamen Stadtrundgang und ins Café...ich bin gespannt! :-)

Unsere Uniflat von außen Mein Zimmer für die kommenden Monate - kaum da, schon herrscht (Auspack)-Chaos :D

So viel erstmal zu Neuseeland. Natürlich haben wir die Zeit von Sonntag bis Dienstag in Singapur auch noch fleißig genutzt.

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Am Sonntag haben wir den Botanischen Garten noch mal vormittags besucht, da es am Vorabend ja bereits dunkel gewesen war. Dabei waren wir auch im Orchid Garden - die Orchidee ist soetwas wie Singapurs Wahrzeichen - und im Learning Forest, einem Naturpfad im botanischen Garten, der über Brücken durch Sumpfgebiet und Regenwald führt und zusätzlich viele Informationen bietet.

Einer der großen Seen im botanischen Garten  Im Gebüscht raschelt - ein Waran Botanischer Garten von Singapur     

Am Nachmittag und Abend haben wir noch einen Spaziergang quer durch die Stadt und entlang der Promenade der Marina Bay gemacht. Dabei hatten wir das Glück, abends nicht nur das Licht- und Musikspiel bei den Supertrees in den Gardens by the Bay zu sehen, sondern auch gleich zwei gigantische Feuerwerke in der Marina Bay zu erleben, die noch Teil des Festlichkeiten zum Chinesischen Neujahr waren. Singapur ist uns technisch sicherlich generell in vielen Dingen voraus, aber das Feuerwerk, was sie dort auf die Beine gestellt haben, war wirklich spektakulär.

Gardens by the Bay Skyline des Singapur CBD bei Nacht Schriftzug an einer Brücke des Singapore River...irgendwie passend! :-)

Am Montag waren wir zunächst in der ION Orchard Mall, einem der größten Einkaufszentren Singapurs, die in der 55. Etage auch eine Aussichtsplattform bietet. Da diese ausgerechnet an dem Tag leider geschlossen war, sind wir weiter zur Vivo City Mall gefahren, von wo aus der "Sentosa Express" einen auf die vor Singapur gelegene Spaß- und Freizeitinsel Sentosa bringt. Auf Sentosa haben wir uns kurz die Strände angeschaut, uns dort aber nicht lange aufgehalten, weil die Mittagssonne zu heiß und Schatten Mangelware war. Die Strände auf Sentosa sind alle künstlich angelegt und zum Baden nur begrenzt geeignet, da einige hundert Meter weiter draußen die ganzen großen Frachtschiffe im Außenbereich des Hafens liegen. Das Wasser ist dementsprechend nur bedingt sauber, wenngleich die Strände schon schön gemacht sind und durch die Buchten zumindest etwas abgeschottet werden. Da Sentosa flächenmäßig ziemlich überschaubar ist, sind wir von der Beach Station dann einfach über die Insel zurückgelaufen. Insgesamt ist die Insel so ein bisschen eine Mischung aus Phantasialand und Feriendorf mit Strand und Entertainment, nur dass man hier theoretisch für alles separat bezahlen muss.

Siloso Beach auf Sentosa Island Palawan Beach auf Sentosa Island. Die kleine Insel in der Mitte, auf der sich der südlichste Punkt Kontinentalasiens befindet, ist über eine Hängebrücke erreichbar. Sentosa Island die Frachtschiffe vor der Küste von Sentosa

Abends haben wir vor dem Sonnenuntergang dann noch eine Runde mit dem Singapore Flyer gedreht. Mit 165m Höhe bietet das Riesenrad eine ziemlich beeindruckende Aussicht über Singapur und die kleinen vorgelagerten Inseln sowie in der Ferne auf die indonesischen Inseln um Pulau Batam.

Blick vom Singapore Flyer Richtung Indonesien - rechts im Bild Gardens by the Bay mit den Supertrees, dem Flower Dome und dem Cloud Forest Blick von fast ganz oben in die andere Richtung

Abends habe ich dann endlich gemacht, was ich unbedingt noch machen wollte, nämlich in den Pool auf der Dachterasse unseres Hotels zu springen und die nächtliche Skyline zu bewundern. :D

Rooftop-Pool mit Skyline

Am Dienstag stand abends schon wieder die Abreise bevor. Vormittags haben wir die restliche Zeit aber noch für eine Bootstour in der Marina Bay und auf dem Singapore River genutzt. Vorher haben wir noch einen kleinen Abstecher zur Esplanade gemacht und uns diese von innen angeschaut sowie den Blick von der Dachterrasse genossen.

auf dem Boot in der Marina Bay Die netten Typen von der Bootstour hatten sichtlich Spaß daran, coole Erinnerungsfotos zu schießen :D Singapurs Wahrzeichen, der Merlion Bootstour auf dem Singapore River - Riverside Point

Zum Abschluss haben wir noch einen Abstecher ins arabische Viertel rund um die Arab Street und die Haji Lane gemacht. Die Gegend hat mir super gefallen, nicht zuletzt wegen der vielen bunten Häuschen und kunstvoll bemalten Fassaden. Zu meiner Überraschung reihte sich hier auch ein schwedisches oder dänisches Café an das nächste. Ich glaube, auf meiner Heimreise im August muss ich hier unbedingt noch mal hin...und Falafel mit Zimtschnecke zum Nachtisch essen. :D

die Sultan-Moschee an der Arab Street ein bunter Mix der Kulturen...bunte Häuserfassaden an der Haji Lane

Damit waren die knapp 4 gemeinsamen Tage in Singapur auch schon vorbei. Ich glaube, ich werde an den 5 Tagen, die ich auf meiner Rückreise noch mal in Singapur verbringe, jedenfalls keine Langeweile haben. Danke Papa für den schönen gemeinsamen Kurzurlaub und die guten (vor allem auch kulinarischen) Tipps! :-)

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